Zum ersten Mal können Ärzte vorhersagen, welche Patienten mit Hepatitis B die höchsten Erfolgsschancen bei der Behandlung haben
Diese Studienergebnisse sind ein wichtiger Fortschritt, da einige Patienten nun während ihrer Behandlung mit Pegasys zuversichtlich sein können, dass sie gute Erfolgsaussichten haben, die Krankheit zu besiegen.
Immunstimulierende Wirkung von Pegasys bietet Patienten die Aussicht auf klinische Heilung
Am 16. Februar 2009 wurden neue Daten vorgestellt, die zeigen, dass Ärzte erstmals vorhersagen können, welche Hepatitis-B-Patienten, die mit Pegasys (Peginterferon alfa-2a) behandelt werden, die größten Aussichten auf ein positives Behandlungsergebnis - bis hin zur klinischen Heilung - haben. i, ii
Diese Studienergebnisse sind ein wichtiger Fortschritt, da einige Patienten nun während ihrer Behandlung mit Pegasys zuversichtlich sein können, dass sie gute Erfolgsaussichten haben, die Krankheit zu besiegen.
In mehrere Studien, die auf der Tagung der Asia-Pacific Association of the Study of Liver (APASL) vorgestellt wurden, wurde der Abfall der Konzentrationen eines Virusproteins namens Surface- oder "s'-Antigen (Oberflächenantigen) gemessen. Von diesem Konzentrationsabfall lässt sich aufdie Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolgs der Pegasys-Therapie schließen. Die s-Antigen-Clearance, die als klinische Heilung gilt, korreliert mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Leberkrebs und Leberzirrhose sowie einer erhöhten Lebenserwartung. iii, iv, v
"Bei der Behandlung der Hepatitis B müssen wir Einstellungen ändern und neue Erwartungen wecken, damit Patienten und Ärzte alles daran setzen, das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erreichen - die s-Antigen-Clearance. Diese neuen Daten zeigen, dass die Messung des s-Antigen-Abfalls im Verlauf der Behandlung einen langfristigen Therapieerfolg vorhersagen kann. Deshalb haben Ärzte nun bei einigen Patienten überzeugende Argumente dafür, dass die Behandlung mit Pegasys zum Erfolg führen und sogar eine klinische Heilung herbeiführen kann," sagte Dr. Patrick Marcellin, Professor für Hepatologie an der Universität Paris und Leiter der Forschungsabteilung für Virushepatitis am Hôpital Beaujon in Clichy, Frankreich.
"Im Gegensatz zu antiviralen Tabletten gegen Hepatitis B, die nur die Anzahl der Viruskopien verringern, aktiviert Pegasys auch das körpereigene Immunsystem und regt es zur Bekämpfung der Krankheit an", erläuterte William M. Burns, CEO der Division Pharma von Roche. "Aufgrund dieser immunstimulierenden Wirkungen wächst die Anzahl der mit Pegasys behandelten Patienten, die eine klinische Heilung erreichen, nachweislich noch Jahre nach Ende der Behandlung. Dies spricht für die Anwendung von Pegasys als Erstlinientherapie bei Hepatitis B."
Messen des Behandlungserfolgs mit Pegasys bei beiden Arten der Hepatitis B
Es gibt zwei Typen von Patienten mit Hepatitis B: Patienten, die im Frühstadium der Erkrankung noch das Envelope- oder "e'-Antigen im Blut haben, und Patienten, bei denen dieses Antigen nicht nachweisbar ist ("e-positive' bzw. "e-negative' Hepatitis B). Obwohl einige der Behandlungsendpunkte unterschiedlich sind, ist bei beiden Typen der Hepatitis B das letztendliche Therapieziel die s-Antigen-Clearance.
Alle Patienten haben anfänglich eine e-positive Erkrankung. Bei e-positiven Patienten bedeutet der Verlust des e-Antigens nach der Behandlung, d.h. eine "e-Serokonversion', dass die Therapie gut angeschlagen hat, und ist ein erster wichtiger Hinweis auf einen Behandlungserfolg.
Bei einigen Patienten mutiert das Virus nach jahrelanger Infektion und bildet kein e-Antigen mehr - diese Patienten sind e-negativ. Bei dieser Form der Erkrankung entzieht sich das Virus dem Immunsystem des Körpers, sodass die Infektion und die Lebererkrankung zurückkommen kann.
Einer weiteren neuen Studie zufolge, die auf der APASL-Tagung präsentiert wurde, stieg die Anzahl der e-negativen Hepatitis-B-Patienten, die eine klinische Heilung erreichten, sogar nach Ende der Behandlung mit Pegasys weiter an. Fünf Jahre nach Therapieende hatten 12,2 % der mit Pegasys behandelten Patienten das s-Antigen eliminiert, verglichen mit nur 3,5 % der mit Lamivudin behandelten Patienten. Die Anzahl der Patienten, die unter der Therapie mit Pegasys eine s-Antigen-Clearance erreichen, ist insgesamt zwar etwas niedrig, gilt aber dennoch als bahnbrechend, weil mit keinem oralen antiviralen Arzneimittel jemals so hohe Raten der s-Clearance gezeigt werden konnten. Zudem beobachteten die Forscher, dass ein s-Antigen-Abfall während der Behandlung mit einer späteren klinischen Heilung einherging.
Die Möglichkeit durch einen 48-wöchigen Behandlungszyklus mit Pegasys bei einigen Patienten ein Langzeitansprechen mit zunehmenden s-Antigen-Clearance Raten zu bewirken, macht die Therapie zu einer kostengünstigen Option, verglichen mit oralen antiviralen Medikamenten, die möglicherweise lebenslang eingenommen werden müssen. vi
Messen des Ansprechens der Patienten auf die Therapie
Auf der APASL-Tagung wurden auch neue Daten zum Oberflächenantigen-Test Elecsys HBsAg II von Roche präsentiert. Es ist das Bestreben von Roche, die Behandlung individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten zuzuschneiden. Nun wurde mit neuen wissenschaftlichen Ergebnissen gezeigt, dass dieser Test für den quantitativen Nachweis des HBs-Antigens - der bisher nur für Forschungszwecke erhältlich ist - eine einfache und zuverlässige Methode zur Messung der s-Antigen-Konzentration ist. Damit bietet er nunÄrzten die Möglichkeit, das Ansprechen von Patienten auf die Therapie genau zu bestimmen und dadurch die am besten geeignetste Therapie festzulegen.
Über chronische Hepatitis B
Chronische Hepatitis B ist ein ernstzunehmendes globales Gesundheitsproblem, von dem über 350 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Die Erkrankung ist eine der Hauptursachen für chronische Lebererkrankung, Leberzirrhose und primären Leberkrebs. Etwa eine Million Menschen sterben jedes Jahr an chronischer Hepatitis B, die damit die zehnthäufigste Todesursache weltweit ist. Das letztendliche Behandlungsziel bei chronischer Hepatitis B ist, die HBs-Antigen-Serokonversion herbeizuführen, die mit einer vollständigen und anhaltenden Remission der Lebererkrankung und einer erhöhten Lebenserwartung verbunden ist und allgemein mit einer klinischen Heilung gleichgesetzt wird.
Pegasys bei Hepatitis B
Pegasys ist in über 60 Ländern, darunter die EU, die USA und die Volksrepublik China, für die Behandlung der chronischen Hepatitis B zugelassen.
[i] Marcellin P et al. HBsAg clearance continues to increase after the end of treatment with PEGASYS ± lamivudine: 5-year follow-up study in patients with HBeAg-negative disease. Presented at: Asian Pacific Association for the Study of the Liver (APASL); February 13-16, 2009; Hong Kong, China.
[ii] Lau GKK et al. HBsAg decline in patients treated with PEGASYS and its association with post-treatment response in HBeAg positive chronic hepatitis B. Presented at: Asian Pacific Association for the Study of the Liver (APASL); February 13-16, 2009; Hong Kong, China.
[iii] Marcellin P et al. Virological and biochemical response in patients with HBeAg-negative chronic hepatitis B treated with peginterferon alfa-2a (40KD) with or without lamivudine: results of 4-year follow-up. Presented at: 43rd Annual Meeting of the European Association for the Study of the Liver (EASL); April 23-27, 2008; Milan, Italy.
[iv] Fattovich G et al. Delayed clearance of serum HBsAg in compensated cirrhosis B: relation to interferon alpha therapy and disease prognosis. Am J Gastroenterol. 1998;93(6):896-900.
[v] Perrillo RP. Therapy of hepatitis B-viral suppression or eradication? Hepatology. 2006;43(2 suppl 1):S182-S193.
[vi] Hoofnagle JH et al. Management if hepatitis B: summary of a clinical research group. Hepatology. 2007;45(4):1056-1075.
Quelle: Pressemeldung Roche Deutschland Holding GmbH
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