Weltrheumatag 2008: Das Rheumazentrum Heidelberg stellt sich vor

10.10.2008 | Heidelberg
Informationstag für Patienten und Interessierte am Universitätsklinikum Heidelberg am 18. Oktober 2008 / mit Ärzten und Selbsthilfegruppen aus der Region

Im Rheumazentrum Heidelberg e.V. haben sich Ärzte aus Klinik und Praxis sowie Selbsthilfegruppen aus der Region Heidelberg/Mannheim zusammengeschlossen, um die Versorgung von Patienten mit Rheuma zu verbessern. Anlässlich des Weltrheumatags 2008 präsentiert sich das Netzwerk mit einem Informationstag am Samstag, 18. Oktober 2008, von 9.30 bis 13 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400. Patienten und Interessierte sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist kostenfrei.

Neben Experten-Vorträgen zu aktuellen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen wird den Besuchern vor allem die Möglichkeit gegeben, Ärzte und Selbsthilfegruppen des Rheumazentrums Heidelberg kennen zu lernen und sich in kleinen Gruppen auszutauschen.

Noch immer wird Rheuma zu spät erkannt / die ersten sechs Monate sind entscheidend

Rheuma ist die Volkskrankheit Nummer eins. Jeder zweite Erwachsene hat wiederkehrende Beschwerden am Bewegungsapparat. An der rheumatoiden Arthritis, der häufigsten chronisch-entzündlichen Erkrankung in Europa, leiden fast 1 Million Menschen in Deutschland. Auch Kinder sind betroffen.

Ein Hauptproblem in der Versorgung: Noch immer wird entzündliches Rheuma zu spät erkannt und damit zu spät konsequent behandelt. In der Regel hat ein Patient zwei bis drei Arztbesuche hinter sich und es vergehen im Durchschnitt je nach Erkrankung 18 – 70 Monate vom Auftreten erster Beschwerden bis zur Diagnose.

„Dabei sind die ersten sechs Monate entscheidend“, sagt Professor Dr. Hanns-Martin Lorenz, Leiter der Sektion Rheumatologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und Vorsitzender des Rheumazentrums Heidelberg. „Wenn wir in diesem Zeitfenster die Erkrankung erkennen und mit modernen Medikamenten behandeln, haben wir gute Chancen, den Krankheitsverlauf aufzuhalten.“ Schwere gesundheitliche Schäden, z.B. Gelenkzerstörung, bis hin zu dauerhafter Berufsunfähigkeit können so verhindert werden.

Frühdiagnosesprechstunden bekannt machen und ausweiten

Von entscheidender Bedeutung sind hierbei die so genannten Frühdiagnosesprechstunden in Kliniken und bei niedergelassenen Rheumatologen – ein Thema des Informationstages am 18. Oktober. „Das Rheumazentrum Heidelberg möchte unter anderem die Frühdiagnosesprechstunden bekannter machen und ausweiten“, sagt Professor Lorenz.

Weitere Themen des Infotages sind z.B. Biologikatherapie bei rheumatoider Arthritis, Operationen bei Gelenkentzündung, rheumatologische Krankheitsbilder bei Kindern, die Kooperation des Universitätsklinikums Heidelberg mit dem Rheumazentrum Baden-Baden sowie ein Überblick über aktuelle klinische Studien.

Welt-Rheuma-Tag seit 1996

Der Welt-Rheuma-Tag wurde erstmals 1996 von der Arthritis and Rheumatism International (ARI) ins Leben gerufen, der internationalen Vereinigung von Selbsthilfeverbänden Rheumabetroffener. Ziel ist es, die Anliegen rheumakranker Menschen an diesem Tag in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Der Welt-Rheuma-Tag findet immer am 12. Oktober statt, die Deutsche Rheuma-Liga hat den Informationstag 2005 eingeführt.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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