Volkskrankheit BPH und ihre Folgen "AKTION PROSTATA"

18.08.2004 | Frankfurt
Risiken der gutartigen Prostatavergrößerung erkennen und vorbeugen

Anlässlich des Pressegespräches "Volkskrankheit BPH und ihre Folgen - Risiken der gutartigen Prostatavergrößerung" wurden heute in Berlin die Vorab-Ergebnisse der bundesweiten Patienten-Screening-Woche "AKTION PROSTATA" bekanntgegeben. Die erste Analyse dieser Statuserhebung zum Risikoprofil der BPH bei mehr als 37.000 Patienten zeigt, das in Deutschland eine gute urologische Betreuung für die Volkskrankheit BPH existiert. "Ziel sollte es für die Zukunft sein, das mehr Patienten als bisher den Weg zum Arzt finden, um richtig diagnostiziert und therapiert zu werden", so fasste Dr. M. Giessing, Berlin, die Vorab-Auswertung der "AKTION PROSTATA" in seinem Überblick über die BPH-Therapie zusammen.

Denn meist wird die BPH als chronische Erkrankung der älteren, männlichen Bevölkerung unterschätzt und als Befindlichkeitsstörung gesehen. Deshalb gehen viele Betroffene zunächst nicht zum Arzt. Wie wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, kann die fortschreitende BPH jedoch von steigendem Restharn über Harnwegsinfektionen bis hin zu schwerwiegenden Komplikationen wie akuter Harnverhalt, Blasensteine und Blutungen führen. So liegt zum Beispiel das Risiko innerhalb der nächsten 10 Jahre einen akuten Harnverhalt zu erleiden, für einen Mann mit moderaten BPH-Symptomen im Alter von 60 Jahren bei 13,7%, während das Risiko für einen Schlaganfall 7,2% oder einen Herzinfarkt 5,1% beträgt (Jacobsen et al., 2001). Risikofaktoren sind neben Alter und Prostatagröße vor allem der maximale Harnfluss und die Restharnmenge.

In Deutschland leiden derzeit über 4.8 Millionen Männer über 50 Jahren, das entspricht 40,5 % dieser Altersgruppe, an behandlungsbedürftigen Symptomen des unteren Harntraktes (LUTS). Davon haben 26,9% eine gutartige Vergrößerung der Prostata (BPH).

"Die Herner LUTS-Studie hat gezeigt", so PD Dr. R. Berges, Köln bei dem Pressegespräch, "dass etwa 60% der Männer mit mittelschweren Symptomen (Internationaler Prostata Symptom Score (IPSS) 8-19) und über 90% der Männer mit schweren Symptomen (IPSS >19) auch einen deutlichen Leidensdruck verspüren. Die Häufigkeit der Symptome und die Zunahme des Prostatavolumens korrelieren mit dem Alter der Männer." In Deutschland werden 70% dieser Männer derzeit noch nicht entsprechend behandelt. Die sich verändernde Alterstruktur in der Bevölkerung macht es aus gesundheitsökonomischer Sicht zwingend notwendig, Diagnostik und Therapie möglichst flächendeckend und rational einzusetzen.

Aus diesem Grund und um die Risikofaktoren für das Voranschreiten der Erkrankung im Hinblick auf Prävention und die fachgerechte Patientenversorgung zu quantifizieren, hat das Berliner Pharmaunternehmen Sanofi-Synthelabo in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und dem Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) die "AKTION PROSTATA", eine epidemiologische Erhebung zu den Risiken der BPH durchgeführt.

Unter dem Motto "AKTION PROSTATA - Risiken der gutartigen Prostatavergrößerung erkennen und vorbeugen" wurde in Zusammenarbeit mit mehr als der Hälfte der niedergelassenen Urologen in über 1.272 urologischen Praxen vom 26.-30. April 2004 bei mehr als 37.161 Patienten die Symptomatik und Therapie der BPH dokumentiert.

Für die Anamnese und die Erfassung der Risikofaktoren stellte Sanofi-Synthelabo über 50 % der in Deutschland in der Praxis tätigen Urologen einen mit den Gesellschaften BDU und DGU abgestimmten Erhebungsbogen zur Verfügung. Erhoben wurden unter anderem die allgemeine BPH-Symptomatik (IPSS), Restharn, Uroflowmetrie (maximaler Harnfluss, Miktionsvolumen) und Prostatagröße. Dabei hat sich eine weite Verbreitung der diagnostischen Möglichkeiten gezeigt, so wurde der IPSS bei ca. 90% der Patienten eingesetzt und dokumentiert. Besonders in Hinsicht auf prognostische Parameter wie den PSA Wert (Prostata spezifisches Antigen) bzw. die digital rektale Untersuchung zeigt sich hier eine gute Versorgung der urologisch betreuten Patienten, da immerhin 70% der Patienten innerhalb der letzten 3 Monate auf diese Weise auf ein Prostatakarzinom hin untersucht wurden.

In Deutschland gibt es eine gute urologische Betreuung für die Volkskrankheit "BPH". Ein Ziel für die Zukunft muß es sein, dass mehr Männer über 50 Jahre, von denen z. Zt. ca. 70% noch nicht auf ihre BPH Symptome behandelt werde, den Weg zum Facharzt für Urologie finden, um effektiv therapiert zu werden.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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