Verstärktes Engagement bei der Erforschung seltener Erkrankungen
Kaum ein Forschungsfeld profitiert so sehr von einer abgestimmten internationalen Zusammenarbeit wie seltene Erkrankungen. Obwohl jede einzelne der rund 5000-8000 bekannten raren Erkrankungen nur wenige Menschen betrifft, sind in Europa insgesamt rund 20 Millionen Menschen davon betroffen. Viele von ihnen leiden unter einer stark eingeschränkten Lebensqualität und sind von einer verkürzten Lebenserwartung bedroht.
Um die Forschungsaktivitäten zahlreicher europäischer Länder zu koordinieren, wurde 2006 das Europäische Forschungsförderernetz (ERA-Netz) "E-RARE" gegründet. Durch gemeinsame kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Diagnose und Therapie seltener Krankheiten realisiert werden, die auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. An der jetzt veröffentlichten zweiten gemeinsamen Fördermaßnahme für multinationale Projekte sind zehn Staaten beteiligt - so viele wie nie zuvor. Neben Deutschland sind dies Frankreich, Israel, Spanien, Türkei, Niederlande, Portugal, Österreich, Italien und Griechenland. Von den insgesamt rund elf Millionen Euro steuert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) drei Millionen bei. Forscher sind nun aufgerufen, bis zum 5. Februar 2009 Projektanträge zu stellen.
Auch nationale Förderung ausgebaut
Das BMBF ergänzt mit dem Engagement für die europäische Initiative E-RARE die neu angelaufene nationale Förderung von Netzwerken für seltene Erkrankungen. Sie baut auf der seit 2003 laufenden Fördermaßnahme "Netzwerke für seltene Erkrankungen" auf. Statt der bisherigen 10 Netzwerke werden künftig 15 Verbünde mit 22,5 Millionen Euro für zunächst 3 Jahre gefördert. Eine Verlängerung auf bis zu neun Jahre ist möglich. Dabei werden auch neue Krankheitsgebiete wie erbliche Netzhauterkrankungen, Krebserkrankungen (Sarkome, Neurofibromatose) und primäre Immundefizienz-Erkankungen erforscht.
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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