Studie beweist: Patienten sind Versuchskaninchen der Gesundheitsökonomie
Rund zwei Drittel (63 Prozent) der Studiengruppe wollten wieder auf ihr gewohntes Arzneimittel umgestellt werden. Deutlich mehr als die Hälfte (58 Prozent) waren sogar dazu bereit, dafür aus eigener Tasche aufzuzahlen. Hierzu erklärt der Geschäftsführer des Branchenverbandes Pro Generika, Peter Schmidt:
"Die Studie belegt massive Risiken und Nebenwirkungen von Rabattverträgen. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die rabattvertragsbedingte Umstellung der Medikation der Gesundheit der Patienten schadet und ihre Lebensqualität spürbar herabsetzen kann. Sie hat überdies aufgedeckt, dass der durch Rabattverträge erzwungene Präparatewechsel Behandlungskosten verursachen kann, die ohne ihn nicht entstanden wären.
Mit Rabattverträgen sparen die Krankenkassen also auf Kosten ihrer Versicherten. Selbst hohe und höchste Einsparungen dürfen aber nie und unter keinen Umständen mit Einbu-ßen der Gesundheit und Lebensqualität der Patienten erkauft werden. Außerdem zahlen die Kassen bei Rabattverträgen möglicherweise sogar noch drauf.
Bei diesem Befund ist die Politik zum Handeln aufgefordert. Als Sofortmaßnahme müssen Bundesregierung und Koalition die gesetzliche Verpflichtung der Apotheker wieder aufheben, vom Arzt verordnete, nicht unter Rabattvertrag stehende, Medikamente gegen Rabattarzneimittel auszutauschen. Darüber hinaus müssen Rabattverträge so schnell wie möglich komplett abschafft werden
Wenn die Studienleiterin, Prof. Dr. Gudrun Neises, analog zur Kosten-Nutzen-Bewertung eine "Sparen-Schaden-Bewertung" bei Rabattverträgen vorschlägt, sollte dies alle gesundheitspolitisch Verantwortlichen zumindest zutiefst nachdenklich stimmen. Für mich ist jetzt schon klar: Patienten dürfen von niemandem, auch nicht von ihrer Krankenkasse, zu Versuchskaninchen in einem gesundheitsökonomischen Feldversuch degradiert werden. Solche Versuche zu Lasten der Patienten sind unethisch. Deshalb muss das laufende Experiment "Arzneimittelrabattverträge" unverzüglich abgebrochen werden."
Quelle: Pressemeldung Pro Generika e.V.
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