Studie: Informationen durch Pharmareferenten sind für die Vertragsärzte von hohem Nutzen

10.01.2007 | Berlin
Mit Hinweis auf den von den Vertragsärzten artikulierten hohen Nutzen der Informationsübermittlung durch Pharmareferenten eröffnet der Vorsitzende der Brendan-Schmittmann-Stiftung, Prof. Dr. Harald Mau, die Vorstellung der Ergebnisse der Studie "Der Pharmareferent in der Bewertung der Vertragsärzteschaft".

Grundlage dieser aktuellsten Studie der Stiftung sind die Ergebnisse einer bundesweiten schriftlichen Befragung von 6.568 Vertragsärzten im Oktober 2006. Die 743 Probanden (11,31 Prozent) - die den Fragebogen beantwortet haben - sind im Durchschnitt 51,85 Jahre alt; sie praktizieren überwiegend in einer Einzelpraxis (65 Prozent) und nur sehr wenige von ihnen arbeiten in einer Großstadt über 500.000 Einwohner (7 Prozent). Der Anteil der Frauen an der Untersuchungspopulation beträgt 45 Prozent. Bei Ausklammerung der Probanden aus Berlin (Unterscheidung war nicht mehr möglich) leben 56 Prozent von ihnen in den neuen und 39 Prozent in den alten Bundesländern. Innerhalb des Fragebogenrücklaufes bilden die Fachrichtungen "Allgemeinmedizin", "praktischer Arzt" und "hausärztlicher Internist" mit 81 Prozent die größte Gruppe. Es lassen sich folgende Grundaussagen ableiten: ­ Im Durchschnitt empfangen die Vertragsärzte wöchentlich etwa sieben Pharmareferenten (Hausärzte acht und Fachärzte vier). ­ Bei den Besuchen der Pharmareferenten treten sie diesen in ihrer Mehrheit "offen" (53 Prozent) bzw. "neutral" (32 Prozent) gegenüber. ­ Der Nutzen der Gespräche mit den Pharmareferenten wird von 63 Prozent der Vertragsärzte als "wertvoll" bezeichnet. Für 19 Prozent sind diese Gespräche "wertlos" und eine Gruppe von 17 Prozent der Befragten kann den Nutzen nicht beurteilen". ­ Die höchste Wertschätzung bei den Besuchen der Pharmareferenten erfahren "die Fortbildungsangebote" (83 Prozent), "die fachlichen Informationen" (77 Prozent) und "die Arzneimittelmuster" (71 Prozent). Es folgen "die Informationen zur Wirtschaftlichkeit" (35 Prozent) und "die gesundheitspolitischen Informationen" (24 Prozent). Ein Indiz dafür, dass solche Informationen für die Praxisführung der Vertragsärzte zunehmend an Relevanz gewinnen. ­ "Die Werbegeschenke" werden als negativer Aspekt der Besuche von Pharmareferenten empfunden (29 Prozent betrachten sie negativ). Diese Bewertung ist mit Sicherheit Ausdruck der Tatsache, dass "Werbegeschenke" in den letzten Jahren - auf Grund der Exzesse der Vergangenheit - ein negatives Ansehen erworben haben. ­ Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Vertragsärzte würden das Fehlen von Pharmareferenten als Verlust empfinden, 23 Prozent sehen dies dagegen "als Entlastung" und gut 20 Prozent (21) "will diesen Umstand nicht beurteilen" ­ Von den Pharmareferenten der forschenden Arzneimittelfirmen erwarten die Vertragsärzte den größten Nutzen (62 Prozent) "Keine diesbezüglichen Erwartungen" haben 29 Prozent und lediglich 7 Prozent der Probanden erwarten von den Pharmareferenten der Generika-Firmen "den größten Nutzen". ­ Die Persönlichkeit (Ausstrahlung) des Pharmareferenten hat den entscheidenden Einfluss auf die Bereitschaft der Vertragsärzte ihn zu empfangen (58 Prozent). ­ Für die Vertragsärzte sind die Pharmareferenten eine tragende Säule in der Organisation ihrer Fortbildung (für 57 Prozent der Probanden spielen sie "eine große Rolle", für 29 Prozent "keine Rolle" und 14 Prozent können dies nicht beurteilen) und für ihre Zertifizierung (im Durchschnitt beziffern die Befragten diesen Anteil mit 45 Prozent). ­ Bezüglich der Aufgaben von Pharmareferenten gibt es für knapp die Hälfte der Vertragsärzte (47 Prozent) keine Alternative. In einer unabhängigen Institution sehen 42 Prozent der befragten Vertragsärzte eine Alternative.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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