Sanofi-aventis und US-Biopharmaunternehmen Ascenta Therapeutics schließen Lizenzvertrag

07.06.2010 | Frankfurt am Main
Niedermolekulare Wirkstoffe könnten durch Reaktivierung der Tumorsuppressorfunktionen des p53-Gens den Zelltodmechanismus von Tumorzellen wiederherstellen

Sanofi-aventis (EURONEXT: SAN und NYSE: SNY) und Ascenta Therapeutics, ein US-amerikanisches Unternehmen der Biopharmaziebranche aus Malvern, Pennsylvania, gaben heute die Unterzeichnung einer exklusiven weltweiten Kollaborations- und Lizenzvereinbarung bekannt.

Die Vereinbarung umfasst mehrere Wirkstoffe, die die Apoptose in Tumorzellen wiederherstellen könnten. Diese Wirkstoffe hemmen die p53-HDM2- (Human Double Minute 2) Protein-Protein-Wechselwirkungund bergen so das Potenzial, diep53-Tumorsuppressorfunktionen zu reaktivieren und gegenwärtig verfügbare Krebsbehandlungenzu verbessern.

Gemäß dieser Vereinbarung erhält sanofi-aventis eine exklusive, weltweite Lizenz, die sowohl Entwicklung, Herstellung als auch Vermarktung aller Wirkstoffe umfasst, die aus diesem Programm hervorgehen. Für zwei Verbindungen, MI-773 und MI-519-64, wird derzeit ein Eintritt in die präklinische Entwicklungsphase für 2010 erwartet.

Ascenta hat diese Wirkstoffe von der Universität von Michigan einlizenziert. Sanofi-aventis als auch Ascenta werden die laufende Forschung zu den p53-HDM2-Inhibitoren an der Universität von Michigan finanziell unterstützen, und Ascenta steht auch eine Beteiligung an den laufenden Forschungsaktivitäten und der möglichen zukünftigen klinischen Entwicklung offen.

"Diese neue Partnerschaft belegt abermals das Engagement von sanofi-aventis, innovative zielgerichtete Therapien für die Onkologie zu entwickeln", sagte Debasish Roychowdhury, M.D., Senior Vice President, Global Oncology, sanofi-aventis. "Die Hemmung der Protein-Protein-Wechselwirkung ist stets eine große Herausforderung für die Forschung. Entsprechend würde die Ermittlung potenter und selektiver Wirkstoffe in diesem Bereich einen attraktiven, neuen Ansatz für die Behandlung von Krebspatienten eröffnen. Dieser Ansatz deckt sich zudem vollständig mit der Strategie von sanofi-aventis, neue Medikamente zu entdecken, die auf die spezifische Patientenbedürfnisse ausgerichtet sind."

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Ascenta neben einer Vorabzahlung ebenfalls Zahlungen für das Erreichen von Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungsmeilensteinen. Der Höchstbetrag all dieser Zahlungen könnte sich auf insgesamt 398 Millionen US-Dollar belaufen. Darüber hinaus stehen Ascenta gestaffelte Lizenzgebühren aus dem weltweiten Produktverkauf zu.

Über die p53-HDM2-Hemmung

Das Tumorsuppressorprotein p53 nimmt eine sehr wichtige Rolle bei der Vermittlung des Wachstumsstopps von Zellen und des Zelltods als Antwort auf ein breites Spektrum von Zellschäden ein. Durch die Rolle des Proteins bei der Steuerung des Zellzyklus und der Überwachung der Integrität des Genoms wird es auch als "Hüter des Genoms" bezeichnet. Das HDM2-Protein ist der zelluläre Hauptantagonist des p53-Proteins, und eine Bindung des HDM2 an p53 führt zum Abbau des p53-Proteins. Der Funktionsverlust des p53-Proteins tritt bei 50 % aller Krebsarten auf. Die Ursachen hierfür liegen in der Mutation des p53-Gens sowie in einer Überexpression des HDM2-Proteins, die auf eine Transkriptionsregulation der HDM2-Genamplifikation zurückgeht. Entsprechend soll durch das Blockieren der p53-HDM2-Wechselwirkung in Krebszellen eine Reaktivierung der Tumorsuppressorfunktionen des p53-Proteins erreicht werden, was wiederum das derzeitige Krebsbehandlungsspektrum verbessern würde.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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