Sanofi-Aventis weiht Biozentrum ein

28.09.2005 | Frankfurt
Roland Koch würdigt Investition von 28 Millionen Euro im Industriepark Höchst

Gemeinsam mit dem hessischen Minister­präsidenten Roland Koch weihte Sanofi-Aventis am 28. September 2005 sein neues Biozentrum ein. In dem Gebäudekomplex, in den 28 Millionen Euro investiert wurden, entwickeln 130 Mitarbeiter biologische Herstellungsprozesse für Medika­mente und arbeiten an der Übertragung dieser Prozesse auf die Produktion.

"Es freut mich, dass den Worten Taten folgen, Sanofi-Aventis am Standort Deutschland und vor allem Hessen festhält und weiter in erheblichem Umfang in unserem Land Hessen investiert", sagte Ministerpräsident Koch anlässlich der Einweihung.

In seiner Ansprache bekräftigte Dr. Heinz-Werner Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, diese Unternehmens­strategie: "Sanofi-Aventis bekennt sich zum Standort Deutschland und wird auch im Jahr 2005 wieder 200 Millionen Euro - und damit schon im fünften Jahr in Folge - im Industriepark Höchst investieren. Das neue Biozentrum mit seiner hoch­modernen Technologie bildet die Brücke zwischen innovativer Forschung und effizienter Produktion und ist damit ein wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung unseres Standorts."

Vom Reagenzglas zum Industrieprozess

Der Weg eines neuen Wirkstoffs vom Forschungslabor in den Produktionsbetrieb ist lang. Ist in der Forschung eine vielversprechende Substanz gefunden, die zu einem neuen Medikament weiterentwickelt werden soll, untersuchen die Mitarbeiter des Biozentrums zunächst in kleinem Maßstab, ob und wie die Herstellung in großem Umfang möglich ist. Darin besteht die Hauptaufgabe der Prozess­entwicklung im Biozentrum. "Wir müssen die Prozesse so gestalten, dass sie später im Produktionsbetrieb wirtschaftlich, reproduzierbar und sicher durchführbar sind", erklärt Dr. Werner Aretz, Leiter der Prozessentwicklung Biotechnologie bei Sanofi-Aventis in Frankfurt.

Während vor dem Bau des Biozentrums die verschiedenen Einheiten der Prozess­entwicklung über den Nordteil des Industrieparks und mehrere Stellen im Südteil verstreut waren, sind in dem neuen Gebäudekomplex H 777/H 780 die Mikro­biologie, die Molekularbiologie, die Fermentation, Enzymologie, Zellkultur, Bioanalytik, Chromatographie sowie die Pilotanlage vereint. Das macht die Wege kurz und die Herstellung von Naturstoffen, Peptiden, Proteinen, Polysacchariden und Nukleinsäuren im Kilogramm-Maßstab einfacher. "Wir sind der einzige Biotechnologie-Standort von Sanofi-Aventis, an dem alle Stufen der Prozess­entwicklung, einschließlich der Zellkultur, unter einem Dach zusammengefasst sind", erklärt Werner Aretz.

Drei bis fünf Jahre dauert es, für einen biologischen Wirkstoff das beste Produktionsverfahren zu entwickeln, das gleichzeitig höchsten Ansprüchen an die Sicherheit und Qualität, den Umweltschutz sowie die Kosten genügt. Bisher eindruckvollster Beweis der Mitarbeiter in der Prozessentwicklung Biotechnologie in Frankfurt: Die Entwicklung des Insulinverfahrens, nach dem dieses für Diabetiker lebenswichtige Medikament in den großen Anlagen im Industriepark Höchst heute hergestellt wird.

Biotechnologie ist gleichzeitig die Quelle der Medizin von morgen. Erst Ende des letzten Jahres starteten zwei wichtige Kooperationen mit den Biotech-Firmen Regeneron und Immunogen. Aufgabe der Mitarbeiter im Biozentrum ist es, in einem Fall erste klinische Prüfware für Patientenstudien herzustellen, in dem anderen, den Transfer der Verfahren in eine neue Produktionsanlage sicher­zustellen. Mit beiden Kooperationen ist Sanofi-Aventis ein Einstieg in die Behandlung von Krebspatienten mit Antikörpern gelungen, eine Therapieform, die künftig weiter ausgebaut werden soll.

Sanofi-Aventis Biozentrum - Eckdaten

* 28 Mio. Euro Investitionen

* Bauzeit 3 Jahre

* 130 Mitarbeiter (Biologen, Chemiker, Ingenieure, Chemikanten, Laboranten, Techniker und Industriemeister)

* 3.600 Quadratmeter Produktions- und Technikfläche

* 2.200 Quadratmeter Labor- und Bürofläche

* 13,7 Kilometer Rohrleitungen

* 1.200 automatisierte Ventile

* 200 Motoren

* 200.000 Kubikmetern Zuluft pro Stunde

* 1.800 Messstellen.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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