Rückkehr aus Amerika – der „Brain Gain“ klappt
Seit 10 Jahren ist er in den USA und seitdem als Hoffnungsträger der modernen Bioinformatik an der Columbia University, New York. Die TU München liefert sich mit ihrer amerikanischen Konkurrentin seit Monaten eine heiße Schlacht um Professor Burkhard Rost. Jetzt kommt der 47jährige Spitzenforscher als Lehrstuhlinhaber nach München, und gleichzeitig mit ihm seine Frau Prof. Karima Djabali als Leiterin einer eigenen Forschungsgruppe in die TUM-Klinik für Dermatologie und Allergologie (Klinikum rechts der Isar).
Wie hat der „Doppelschlag“ funktioniert? „Es ist die mit 5 Mio. € dotierte Humboldt-Professur, die als eine der ersten ihrer Art an den deutschen Forscher Burkhard Rost gegangen ist. Sie hat den entscheidenden Ausschlag gegeben, dass er mit seiner Ehefrau für die TU München gewonnen werden konnte,“ freut sich TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann, der seit geraumer Zeit hinter dem Spitzenforscher her ist. „Mit der Humboldt-Professur haben wir ihn auf einen unserer wichtigsten Lehrstühle berufen. Nunmehr sind wir in der Bioinformatik konkurrenzlos, in Europa ganz gewiss,“ so Herrmann.
Dabei ist dieses interdisziplinäre Lehr- und Forschungsfeld an der TUM bereits gut aufgestellt: Die lebenswissenschaftlichen Kernkompetenzen (Genomorientierte Bioinformatik) sind mit den Professoren Hans-Werner Mewes, Dmitrij Frishman und Hrabe de Angelis bestens vertreten, die im Zeitraum 2001-2003 gemeinsam mit dem HelmholtzZentrum München berufen wurden. Sie haben die Brücken zwischen den Biowissenschaften, der Medizin und der Informatik aufgebaut, aber auch die Verschränkung zwischen TUM, HelmholtzZentrum München (Neuherberg), LMU und Max Planck-Gesellschaft hergestellt. Aus der Informatik heraus wirken die Professoren Stefan Kramer, Ernst Mayr und Dr. Alexandros Stamatakis (Emmy Noether-Forschergruppe). „Damit sind wir im Wissenschaftsraum München thematisch und institutionell vernetzt. Mit Burkhard Rost setzen wir nun das Glanzlicht auf die fundamentale methodische Ausrichtung,“ so Herrmann.
Auch die „Double Career-Politik“ der TUM beginnt aufzugehen: Rosts Ehefrau Prof. Karima Djabali ist eine anerkannte Zellbiologin. Sie erforscht, bisher ebenfalls an der Columbia University, die Ursachen des Hutchinson-Gilford Progeria Syndrom (verfrühtes, rapides Altern). In der TUM-Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum rechts der Isar wird sie künftig eine eigenständige Forschergruppe leiten. Auch diese Chance wird durch die Doppelberufung mit Hilfe der Humboldt-Professur Wahrgenommen. Dazu Klinikdirektor Professor Johannes Ring: „Mit Frau Djabali besetzten wir das hochinteressante Gebiet der Hautalterungsforschung, welche auch gute Modelle zu generellen Zellalterungsprozessen liefern kann. Frau Djabali wird ein wichtiger Bestandteil des zusammen mit dem HelmholtzZentrum München geplanten Münchner Allergieforschungszentrums werden.“
Burkhard Rost hat die Entstehung der Bioinformatik als Wissenschaftszweig maßgeblich mitgestaltet. Im Zentrum seiner Forschung steht die strukturelle und funktionelle Analyse des Genoms und Proteoms, was mit der Verarbeitung ungeheurer Datenmengen verbunden ist. Hier gilt Rost weltweit als einer der führenden Forscher. Seine Publikationen sind bereits jetzt mehr als zehntausendmal zitiert.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität München
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