Rheumatoide Arthritis: Lancet veröffentlicht überzeugende Daten zu neuer Behandlung
Unter dem Handelsnamen Lodotra" wird die Merck Pharma GmbH Prednison MR in Kürze auf den Markt bringen. Durch die zeitverzögerte Wirkstoffabgabe ermöglicht Lodotra" erstmals eine abendliche Tabletteneinnahme ohne Unterbrechung der Nachtruhe.
Bisher war eine auf den Tagesrhythmus der Entzündungsaktivität abgestimmte Corticoidgabe bei rheumatoider Arthritis (RA) praktisch kaum durchführbar. Umso wichtiger sind die Ergebnisse der nun veröffentlichten Zulassungsstudie CAPRA-1. Die doppelblinde, rando-misierte MulticenterStudie konnte vor allem die einzigartigen Vorteile der zeitverzögerten Wirkstofffreisetzung belegen - und hat gleichzeitig multifaktorielle Wirkung von Prednison bestätigt: Prednison MR werde gut vertragen, sei eine patientenfreundliche Darreichungsform und verkürze die Dauer der Morgensteifigkeit um 22,7 Prozent, so die Zusammenfassung der Ergebnisse in "The Lancet". Vor dem Schlafengehen eingenommen, entwickelt die Tablette ihre Wirkung erst in den frühen Morgenstunden, wenn die Entzündungskaskade gerade in Gang kommt, und vermindert so die morgendlichen Beschwerden.
Von RA, einer chronisch-entzündlichen Systemerkrankung, sind allein in Deutschland ca. 800.000 Menschen betroffen. Die Morgensteifigkeit, ein Leitsymptom dieser Erkrankung, wird durch eine hohe Entzündungsaktivität in den Gelenken verursacht. Je nach Schwere der Erkrankung können Schmerzen und Steifigkeit noch Stunden nach dem Aufwachen anhalten oder gar nicht mehr enden. Pro Patient liegen die Behandlungskosten bei etwa 5.000 Euro/Jahr; die indirekten Kosten, wie sie z.B. durch Erwerbsunfähigkeit entstehen, können sogar über 25.000 Euro jährlich betragen. Dieser Hintergrund legte die Entwicklung einer neuen Therapiestrategie nahe, die gezielt auf die Verkürzung der Morgensteifigkeit gerichtet ist.
Die entzündliche Gelenksteifigkeit bei der RA führt zu schweren Funktions-einbußen. Schon einfache Handgriffe, wie das Halten der Zahnbürste oder das Anziehen der Schuhe, sind schwierig, komplexe Aktivitäten wie beispielsweise Autofahren oftmals gar nicht möglich. Dies verursacht häufig eine Arbeitsunfähigkeit bis hin zu Frühverrentung - die sozioökonomischen Folgen sind immens. Neueste Betrachtungen wichtiger therapeutischer Aspekte wie die frühzeitige Behandlung, der Einfluss auf die Gelenkzerstörung oder die Sicherheit rücken dabei die langfristige Therapie mit niedrig dosierten Corticoiden zunehmend in den Fokus. So hat sich z.B. gezeigt, dass sie, frühzeitig und niedrig dosiert eingesetzt, Erosionen verhindern und die Gelenkdestruktion verzögern oder langfristig sogar hemmen können. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Beeinflussung der für den Entzündungsprozess relevanten Botenstoffe, der Zytokine. Der nächtliche Anstieg dieser Substanzen führt zu einer Ödembildung, die wiederum Erosionen und damit starke Funktionseinbußen verursacht. Die zeitlich angepasste Gabe von Prednison, die in der täg-lichen Praxis für den Patienten bislang nicht praktikabel war, macht sich somit die natürliche Chronobiologie des menschlichen Körpers zunutze: Lodotra" wird am Abend eingenommen, wirkt nachts und hilft am Morgen.
Quelle: Pressemeldung Merck Serono GmbH
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