Raymond Barre Stiftungsgastprofessur für die Universität Frankfurt
"Es ist eine große Ehre und ein wichtiges Zeichen, diese bedeutende Stiftungsgastprofessur an unserer Universität zu haben", begrüßte Universitätspräsident Professor Rudolf Steinberg in einer Festveranstaltung heute die Einrichtung der Raymond Barre Stiftungsgastprofessur an der Universität Frankfurt. "Die Stiftungsgastprofessur trägt ganz wesentlich zu einer weiteren wissenschaftlichen Vernetzung mit unserem größten Nachbarn und wichtigsten Handelspartner bei."
Durch eine großzügige Spende von sanofi-aventis und mit Unterstützung der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Frankfurt ist es gelungen, für zunächst 5 Jahre die Raymond Barre Stiftungsgastprofessur für französische Wirtschaft und Wirtschafts-politik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften einzurichten. Damit kann einmal jährlich ein Hochschullehrer für ein Semester aus Frankreich nach Frankfurt eingeladen werden.
Durch die Benennung der Stiftungsgastdozentur nach dem ehemaligen französischen Premierminister Raymond Barre setzt sanofi-aventis ein Zeichen. "Raymond Barre hat den Wirtschafts- und Kulturraum Europa mitgestaltet wie nur wenige andere. Von seinem Namen geht Symbolcharakter aus. Wir freuen uns deshalb, dass die Stiftungsgastprofessur seinen Namen trägt", betonte Dr. Heinz-Werner Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Landesgesellschaft von sanofi-aventis. Raymond Barre, französischer Ökonom und Wirtschaftspolitiker, bewirkte als Vizepräsident der Europäischen Kommission und französischer Premierminister wichtige politische Weichenstellungen zur Verwirklichung der Wirtschafts- und Währungsunion. Ferner war er lange Zeit Bürgermeister von Lyon, der Frankfurter Partnerstadt.
In seinem Festvortrag sprach Raymond Barre über seine Erfahrungen mit dem Spannungsfeld zwischen ökonomischer Theorie und politischer Ökonomie. Anlässlich der Einrichtung der Stiftungsgastprofessur und in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste für die Wirtschaftswissenschaften, die Europa-Politik und die deutsch-französischen Beziehungen wurde Raymond Barre die Medaille der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt verliehen.
Die Raymond Barre Stiftungsgastprofessur soll nicht nur zu einer stärkeren wissenschaftlichen Kooperation mit dem Nachbarland beitragen. Auch die zahlreichen Unternehmen und Institutionen in Frankfurt, die enge Verbindungen zu Frankreich und frankophonen Ländern unterhalten, sollen von der neuen Gastprofessur profitieren. Zu diesem Zweck sollen Workshops und öffentliche Vorträge über die französische Wirtschaft und Wirtschaftspolitik veranstaltet werden. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und Professor Joachim-Felix Leonhard, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, unterstrichen in ihren Grußworten die Bedeutung dieser Stiftungsgastprofessur für die Wissenschaft und Wirtschaft in der Region Frankfurt-Rhein-Main.
Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität unterhält bereits seit langem enge wissenschaftliche Kontakte nach Frankreich. Dazu zählen ein Doppeldiplomprogramm in Volks- und Betriebswirtschaftslehre mit der Université Paris-Dauphine, ein regelmäßiger Studenten- und Dozentenaustausch mit der Université Lumière Lyon 2 sowie zahlreiche individuelle Kontakte einzelner Hochschullehrer.
sanofi-aventis engagiert sich ebenfalls für die deutsch-französische Freundschaft und den Austausch zwischen den beiden Ländern. Auch zwischen der Johann Wolfgang Goethe-Universität und sanofi-aventis bestehen enge und fruchtbare Kontakte wie beispielsweise Forschungskooperationen. Das Unternehmen unterstützt und fördert sowohl Wissenschaft und Grundlagenforschung, etwa durch die gemeinsam mit der Universitätsklinik Frankfurt veranstalteten "Perspective Lectures", als auch die wirtschaftliche Umsetzung innovativer Ideen durch die Gründerinitiative "Science4Life".
Als erster Stiftungsgastprofessor wird Professor Patrick A. Messerlin vom Institut d'Etudes Politiques de Paris (Sciences Po) im nächsten Sommersemester nach Frankfurt kommen. Der Direktor der Groupe d'Economie Mondiale de Sciences Po, der sich mit Fragen des Welthandels und mit der Wirksamkeit der französischen und europäischen Wirtschaftspolitik in einer globalisierten Welt beschäftigt, wird nicht nur Lehrveranstaltungen zu wirtschaftswissenschaftlichen Themen mit Frankreich- oder Europabezug anbieten, sondern auch aktiv in die wissenschaftliche Arbeit des Wilhelm-Merton-Zentrums für Europäische Integration und Internationale Wirtschafts-ordnung an der Universität Frankfurt eingebunden sein.
Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis
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