Präventivmedizinische Forschung in Deutschland: 50 Jahre Hufeland-Preis

17.12.2009 | Köln
Die seit 1959 bestehende Stiftung "Hufeland-Preis" schreibt jährlich einen mit 20.000 Euro dotierten Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Präventivmedizin aus. Der "Hufeland-Preis" gilt als der wichtigste Medizinerpreis auf diesem Gebiet in Deutschland. Nun feiert die Stiftung ihr 50-jähriges Bestehen.

Der "Hufeland-Preis", so der Vorsitzende des Kuratoriums, Professor Dr. Erland Erdmann, ist der wichtigste Preis, der in Würdigung präventivmedizinischer Forschung in Deutschland verliehen wird. Das Kuratorium der Stiftung prämiert jährlich die beste nach einer bundesweiten Ausschreibung eingereichte wissenschaftliche Arbeit mit einem Preis von 20.000 Euro. Der Preis ist nach dem 1762 in Langensalza geborenen und 1836 in Berlin verstorbenen Arzt Wilhelm Christoph Hufeland benannt. Hufeland war ein Pionier auf dem Gebiet der Präventivmedizin und gilt als einer der bedeutendsten Ärzte seiner Zeit. An der jährlichen Ausschreibung können Ärzte und Zahnärzte teilnehmen, die im Besitz einer deutschen Approbation sind. Die Vergabe erfolgt nach einer notariellen Ausschreibung und einem sich daran anschließenden Auswahlverfahren durch ein Preisrichter-Kollegium, dem hochkarätige Wissenschaftler verschiedener medizinischer Fachrichtungen angehören. Der wissenschaftliche Anspruch an die Qualität der eingereichten Arbeiten ist hoch. Den Annalen ist zu entnehmen, dass die "Gründerväter" der Stiftung dies auch so wollten. Die Ärzte und Zahnärzte sollten sich "im geistigen Wettstreit um die Erlangung der Würde eines "Hufeland-Preisträgers messen". Nach wie vor ist auch die Zielsetzung der Stiftung aktuell. Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es unter den damals 66 medizinischen Preisen keine einzige Auszeichnung "für besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiete der Vorbeugenden Gesundheitspflege". Diese Lücke sollte mit der Gründung der Stiftung "Hufeland-Preis" geschlossen werden, wobei der Preis für wissenschaftliche Arbeiten zu vergeben sei, die "forschend und aufklärend das Ziel haben, den Menschen nicht erst krank werden zu lassen, sondern - soweit möglich - das Auftreten von Krankheiten zu verhindern." Der damalige Generaldirektor der Deutschen Ärzteversicherung, die historisch bedingt schon immer eng mit der Ärzte- und Zahnärzteschaft und deren Standesorganisationen zusammen gearbeitet hatte, Otto Garde, wandte sich mit dieser Stiftungs-Idee an die ärztlichen und zahnärztlichen Standesorganisationen und staatliche Institutionen. Diese erklärten sich auch sofort bereit, die Stiftung zu unterstützen. Sie entsandten je einen Vertreter in das Kuratorium der Stiftung. Bis heute sind diese Gründungsorganisationen bzw. deren Nachfolge-organisationen in der Stiftung engagiert: Es sind dies die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. und die Deutsche Ärzteversicherung als Stifterin des Preises. Der Vorsitzende des Kuratoriums ist der Kardiologe Professor Dr. Erland Erdmann, Direktor des Herzzentrums der Universität Köln. Jährlich im Frühjahr wird der "Hufeland-Preis" an einer dafür schon traditionell gewordenen Stätte, im Kölner Gürzenich, in festlichem Rahmen verliehen. Die Referenz an die Preisträger erweisen dabei hochrangige Vertreter der Bundes- und Landespolitik, der Stadt Köln, der ärztlichen und zahnärztlichen Berufsverbände und der medizinischen Fakultäten. Bereits zur Verleihung im Jahre 1969 betonte in seiner Ansprache der damalige Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Willi Weyer, dass sich das Kuratorium mit seiner Zielsetzung, "die Vorbeugende Gesundheitspflege zu fördern, ein hohes Verdienst um die Gesunderhaltung der Bevölkerung der Bundesrepublik erworben hat". Tatsächlich haben einige Arbeiten, die bisher mit dem Preis ausgezeichnet wurden, der Wissenschaft wesentliche Impulse verliehen oder aber die praktische Gesundheitspflege weiter entwickelt. Erinnert sei dabei an die erste Preisträgerin, Frau Dr. med. Gisela Eberlein, Leverkusen, die mit ihrer Arbeit "Ein Beitrag über die Möglichkeit der Gesundheitserziehung im Rahmen der Volkshochschule" bestimmte gesundheitserzieherische und gesundheitsfördernde Maßnahmen erarbeitete und damit für praxisorientierte Präventivmaßnahmen wichtige Akzente setzte. Die Deutsche Ärzteversicherung als Stifterin des Preises ist seit jeher stark dem Prinzip der Prävention verpflichtet. Im Kuratorium der Stiftung wird sie vertreten durch deren Vorstandsvorsitzenden Gernot Schlösser. Die Intention des Unternehmens, diesen in Medizinerkreisen hoch angesehenen Preis auch weiterhin zu fördern, beschreibt Schlösser so: "Wir glauben genauso wie der Namensgeber des Preises, Christoph Wilhelm Hufeland, fest daran, dass eine wesentliche Aufgabe der Medizin in der Prävention besteht. Der von uns gestiftete Hufeland-Preis setzt unter den Medizinern daher seit Jahren erfolgreiche Zeichen und Anreize, sich intensiv mit ebendieser Prävention auseinanderzusetzen. Und selbstverständlich ist uns unser Engagement mehr als nur eine gern erfüllte Pflicht. Denn Prävention stammt vom Lateinischen präevenire ab und bedeutet daher nichts anderes als verhüten. Und eben dieser Vorsorgegedanke ist der Kern unserer täglichen Dienstleistungen für alle akademischen Heilberufe. Auf der Website www.hufeland-preis.de sind neben weiteren Informationen, wie z.B. Ausschreibungsunterlagen auch Video-Impressionen der Preisverleihung 2008 zu sehen. Weitere Auskünfte zum Hufeland-Preis gibt unter Telefon 0221 148 30785 Patrick Weidinger, Geschäftsführer des Hufeland-Preises.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Ärzteversicherung

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