Novo Nordisk: Keine Rabattverträge über Humaninsulin

18.02.2008 | Mainz
Aktuelles Preisniveau sichert Forschung und Zugang zu Innovationen

Der dänische Pharmahersteller Novo Nordisk lehnt Rabattverträge mit den Krankenkassen über Humaninsulin ab. Anders als Generika lassen sich Insuline verschiedener Hersteller nicht einfach auf Ebene der Apotheken austauschen, sondern erfordern bei einer Umstellung durch den behandelnden Arzt häufig eine neue Schulung des Patienten. Die Beschränkung auf das reine Preisargument kann weiterhin dazu führen, dass Patienten moderne, wirksamere Therapien nur aus Kostengründen vorenthalten werden. Novo Nordisk ist Weltmarktführer bei Insulinen und hat in den vergangenen Jahrzehnten mit immer neuen Innovationen die Therapie für Menschen mit Diabetes verbessert und erleichtert. Rabattvereinbarungen über Generika - wie gerade vor kurzem von der Bahn BKK veröffentlicht - kommen für den Insulinhersteller Novo Nordisk, der seit 50 Jahren in Deutschland vertreten ist, nicht in Betracht. Nicht nur, dass die Entscheidungskriterien für die Auswahl der Bieter nicht transparent sind, in Bezug auf Humaninsulin bergen sie zudem Risiken für die Patienten, wenn darüber Umstellungen initiiert werden. Nicht zuletzt auch deshalb ist bei Insulinen - wie in der Fachinformation vorgeschrieben - der Arzt nach wie vor derjenige, der über das Arzneimittel und das jeweilige Injektionsgerät (den so genannten Pen) entscheidet. Hinzu kommt, dass durch Rabattvereinbarungen auch Anreize gesetzt werden, die zu einer Verschlechterung der Versorgung von Patienten mit innovativen Therapien führen können, wenn allein aus Kostengründen den Patienten die modernen Alternativen vorenthalten werden. "Wir investieren jährlich 700 Mio. Euro in die Forschung, um die Behandlung des Diabetes weiter zu verbessern und neue Therapiemöglichkeiten zu finden", erklärt Geschäftsführer David Albachten. "Dafür benötigen wir natürlich auch die Erlöse unserer innovativen Medikamente, um auch weiterhin über Forschung und Entwicklung die Therapien für Patienten weiterzuentwickeln." Als Beleg für die Innovationskraft seines Unternehmens im Bereich Diabetes verweist Albachten auf eine ganze Palette von Verbesserungen, die das dänische Unternehmen weltweit seit der Entdeckung des Insulins eingeführt hat. Dazu zählen das erste verzögert wirkende NPH-Insulin, das erste Mischinsulin, das erste halbsynthetische Humaninsulin, die erste Insulinpumpe und der erste Pen, der den Patienten seitdem das Spritzen erleichtert. "Gerade weil sich Diabetes so rasant ausbreitet und inzwischen zu einer globalen Pandemie entwickelt hat, fühlen wir uns besonders verpflichtet, an weiteren Verbesserungen zu arbeiten und - hoffentlich eines Tages sogar eine Heilung zu finden", sagt Albachten weiter. "Bereits heute ist die Möglichkeit zur Verordnung innovativer Arzneimittel in Deutschland eingeschränkt und den Patienten wird der Zugang zu modernen Therapien erschwert. Rabattverträge sind für die Krankenkassen sicherlich kurzfristig attraktiv. Langfristig werden sie aber einen Stillstand in der Forschung bewirken und können so nur in einer Sackgasse enden." Albachten verweist darauf, dass vor allem Anbieter, die bewusst keine Forschung betreiben, sich hierdurch Spielräume für Rabattverträge erkaufen. Die Entscheidung, welches Insulin der Patient erhält, muss letztlich der Arzt treffen.

Quelle: Pressemeldung Novo Nordisk Pharma GmbH

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