Nichts geht ohne Feedback – Regelung und Medizintechnik
Kann ein Mensch, dessen Beine seit Jahren gelähmt sind, sich trotzdem mit eigener Muskelkraft fortbewegen? Ja, sagt Prof. Dr. Jörg Raisch, Leiter des Fachgebiets Regelungssysteme an der TU Berlin. Mithilfe von Elektrostimulation zur Erzeugung von funktionellen Bewegungen ist dies tatsächlich möglich. Hierbei werden ausbleibende Signale des Gehirns durch elektrische Stimulation von Nerven ersetzt. Dieses führt wiederum zum Anspannen von Muskeln. Erfolgt die Stimulation in einem Regelkreis, so werden der Patientin oder dem Patienten definierte Bewegungen durch eigene Muskelkraft ermöglicht.
Wie das System der Regelung nun genau funktioniert und was es hier in Zukunft zu erforschen gibt, erläutert Prof. Raisch zusammen mit seinen Mitarbeitern Stephanie Geist und Thomas Schauer im Rahmen der dritten Vorlesung der Schülerinnen-Uni im Wintersemester 2008/2009. Schülerinnen von Berliner und Brandenburger Oberschulen der Klassen 10 bis 13 sind hierzu herzlich eingeladen. Bitte weisen Sie in Ihrem Medium auf diesen Termin hin:
Schülerinnen-Uni
Zeit: Mittwoch, den 19. November 2008, 16.15 bis 18.00 Uhr
Ort: TU Berlin, Einsteinufer 11, 10587 Berlin, Gebäudeteile Elektromaschinen (EM) und Hochspannungstechnik (HT), Raum: EMH 025
Regelung wird genutzt um komplizierte Vorgänge – sei es in biologischen, technischen, chemischen oder ökonomischen Systemen – gezielt zu beeinflussen. Da auf jedes System in der Natur, in der Technik oder in der Wirtschaft störende Umwelteinflüsse wirken, muss sein Verhalten ständig überwacht und mit dem gewünschten Verhalten verglichen werden. Auf Basis eines einfachen mathematischen Modells kann korrigierend auf Vorgänge eingewirkt werden. Dieses in (fast) allen Anwendungen unverzichtbare Konzept nennt man Feedback oder Regelung.
Die Vorteile von Feedback werden besonders beim Einsatz in der modernen Medizin deutlich, wenn komplexe Abläufe im menschlichen Körper, wie Bewegungen, Sehen, Hören oder Stoffwechselprozesse beeinflusst werden sollen. Da der Mensch immer Teil seiner Umwelt ist, können solche Abläufe ohne Regelung nie mit genügender Genauigkeit erzeugt werden. Feedback trägt auch dazu bei, dass ein und dasselbe medizinische Gerät für unterschiedlichste Patientinnen und Patienten verwendet werden kann.
Informationen zur Veranstaltungsreihe
Die Veranstaltungsreihe, die im vergangenen Wintersemester begann und nun zum dritten Mal stattfindet, informiert Schülerinnen über die vielfältigen Inhalte und Chancen im Bereich der Informatik und Elektrotechnik. Sie richtet sich schwerpunktmäßig an Schülerinnen der Klassenstufen 10 bis 13.
In den Vorlesungen werden aktuelle und zukunftsträchtige Fragen aus dem technischen Alltag aufgegriffen und aus der Sicht der Fachgebiete und ihrer Forschungsschwerpunkte allgemeinverständlich erklärt.
An die 45-minütige Vorlesung schließt sich eine Diskussionsrunde an. Hier können Fragen zum Thema, auch solche, die sich aus dem Unterricht ergeben, gestellt und die Auswirkungen der Technik auf den Menschen und die Gesellschaft diskutiert werden. (Die Fragen können per E-Mail vorab gemailt werden an: schuelerinnen-uni@tu-berlin.de)
Danach gibt es die Möglichkeit, mit den anderen Teilnehmerinnen ins Gespräch zu kommen. Die Vorlesungen bauen nicht aufeinander auf, können also auch einzeln besucht werden. Zum Abschluss der Vorlesungsreihe werden individuelle Teilnehmer-Zertifikate ausgegeben. Die Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik, GET-IT! [Girls, Education, Technology] organisiert und führt die Veranstaltungen durch. Es wird gebeten, sich unter der E-Mail-Adresse: schuelerinnen-uni@tu-berlin.de für die Vorlesungen anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos.
Quelle: Pressemeldung Technischen Universität Berlin
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