Neuartige Forschungskooperation von Charité und sanofi-aventis

31.05.2010 | Frankfurt am Main
Klinik und Industrie unterschreiben Vertrag über wegweisende Zusammenarbeit in der Forschung

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und sanofi-aventis werden künftig in gemeinsamen Projekten zur Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel und Therapien noch enger zusammenarbeiten. Dies sieht ein Kooperationsvertrag vor, den Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender des renommierten und traditionsreichen Klinikums, und der CEO des weltweit viertgrößten Pharmaunternehmens, Christopher A. Viehbacher, heute im Beisein von Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sowie des Berliner Senators für Bildung und Wissenschaft, Prof. E. Jürgen Zöllner, unterzeichnen. Es handelt sich um die erste Private Public Partnership ihrer Art in Deutschland. Ziel ist, das gemeinsame Potenzial und Know-how in Forschung und Entwicklung zu nutzen, um den Patienten neue Medikamente schneller zur Verfügung stellen zu können.

Mit der Unterzeichnung des Rahmenvertrages bekräftigen beide Partner ihre Absicht, die jeweilige wissenschaftliche Expertise bereits in einer frühen Forschungsphase zu kombinieren, anders als bei klassischen Formen der Zusammenarbeit wie etwa der klinischen Arzneimittelentwicklung. Die Kooperation wird bereits im Labor einsetzen. Ein Leitmotiv ist dabei die Translationale Medizin, also die Überführung von grundlagenwissenschaftlichen Forschungsergebnissen in anwendungs­orientierte, klinische Entwicklung. So sollen zum Beispiel Modellsysteme gemeinsam erschlossen und getestet sowie neue Ansätze zur personalisierten Medizin verfolgt werden - immer mit dem Blick auf konkrete Therapien. Erste Projekte werden im Bereich der Schlaganfallforschung und der Immuno-Inflammation vorbereitet. Dies schließt neben anderen entzündlichen Autoimmun­erkrankungen auch die rheumatoide Arthrits ein. Begleitend ist die Einrichtung eines Förderpro­gramms für innovative Projekte junger Forscherinnen und Forscher geplant.

"Wir freuen uns, dass wir mit der Charité eines der hochkarätigsten klinischen Zentren in ganz Europa für uns gewinnen konnten und mehr noch, dass wir mit ihr unser strategisches Interesse teilen, das den Patienten und seine ganzheitliche Versorgung in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt", bekräftigt Chris Viehbacher den Willen zur Zusammenarbeit und fügt hinzu: "Diese neuartige Zusammenarbeit steht im Einklang mit unserem Ziel, Innovationen in Forschung und Entwicklung durch eine verstärkte Öffnung zu steigern. Wir sind überzeugt, dass diese fruchtbare Kooperation zu großen Endeckungen führen wird, die den Patienten zu Gute kommen."

"Wir beschreiten mit dieser Kooperation innovative Wege in der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und der Industrie", erklärt Prof. Einhäupl. "Diese neue Kultur des Austauschs liegt im wechselseitigen Interesse. Strukturelle und finanzielle Herausforderungen lassen sich mit vereinten Kräften besser überwinden. Unsere Partnerschaft wird die gemeinsame Produktentwicklung auf Grundlage der starken universitätsmedizinischen Forschung beschleu­nigen." Besonders wichtig sei der Charité die im Rahmenvertrag fixierte kontinuierliche Evaluation aller Kooperationsprojekte zur Sicherstellung ethischer Standards, des geistigen Eigentums, der Forschungsfreiheit und der guten wissenschaftlichen Praxis. "Damit können wir den gesellschaftli­chen und wissenschaftlichen Herausforderungen dieser Zusammenarbeit jederzeit angemessen gerecht werden."

Auch aus Sicht der Politik wird die zwischen der Charité und sanofi-aventis vereinbarte Forschungs­kooperation sehr begrüßt. Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministe­rium für Bildung und Forschung, verleiht der Zuversicht Ausdruck, dass Deutschland als medizinisch-pharmazeutischer Forschungsstandort durch die Zusammenarbeit gestärkt wird: Forschung wird lediglich dann zu Fortschritt, wenn die Ergebnisse bei den Menschen ankommen. Nur in enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft können innovative markt­fähige Produkte für bessere Therapien entstehen. Von Forschung, Entwicklung und Erprobung innovativer Arzneimittel in Deutschland profitieren Patienten und Gesundheitswirtschaft."

Wissenschaftssenator Prof. Dr. Zöllner betont, dass die Kooperation zwischen Wirtschaft und Universitätsmedizin für die Entwicklung des Gesundheitsstandorts Berlin von herausragender Bedeutung ist: "Neue Wege der Kooperation, wie sie beispielhaft hier beschritten werden, werden das enorme wissenschaftliche Potential der Stadt Berlin weiter stärken. Exzellente Forschung am Gesundheitsstandort Berlin ist auf diesem Gebiet für die wirtschaftliche Entwicklung die Voraus­setzung und kommt auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute."

Einig sind sich alle Beteiligten darüber, dass mit der Möglichkeit, vielversprechende wissenschaft­liche Ansätze in einer frühen Phase zu identifizieren, gemeinsam anwendungsorientierte Lösungen zu erforschen und diese direkt in die klinische Entwicklung zu überführen, die Verfügbarkeit innovativer Therapien beschleunigt und zugleich eine wesentliche Voraussetzung geschaffen wird, um im internationalen Wettbewerb eine Spitzenposition zu erreichen und zu festigen.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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