Merz weist Erfolge in Tinnitus-Studie aus - deutlicher Ausbau der Abteilung Forschung & Entwicklung

05.07.2007 | Frankfurt am Main
Dem pharmazeutischen Unternehmen Merz liegen positive Studienergebnisse für den Wirkstoff Neramexane vor: Mit der bei Merz entwickelten neuen Substanz Neramexane konnten in einer Phase-IIb-Studie zur Behandlung des Tinnitus positive Ergebnisse in Bezug auf klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit erzielt werden. Das Unternehmen baut den Bereich Forschung und Entwicklung am Hauptsitz Frankfurt auch im neuen Geschäftsjahr deutlich aus.

Mit den guten Ergebnissen der Phase-IIb-Studie für Neramexane zeigt Merz erneut seine Kompetenz in der Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen für den Bereich Zentrales Nervensystem (ZNS). "Die Studienergebnisse sind Beweis dafür, dass sich unsere Investitionen der vergangenen Jahre in Forschung und Entwicklung gelohnt haben", sagt Dr. Martin Zügel, CEO der Merz Pharmaceuticals GmbH. Für Neramexane stehe nun die Planung und Vorbereitung des Phase-III-Programms an. "Wir werden die Entwicklung unseres Wirkstoffs gezielt vorantreiben und dazu weiter in unser Unternehmen investieren. Fünfzig neue F&E-Mitarbeiter wird Merz in den kommenden Monaten für Forschungsprojekte einstellen", erklärt Dr. Alexander Gebauer, Leiter Global R&D. Damit leistet das Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Sicherung des Pharmastandorts Deutschland.

Neramexane: Klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit zur Behandlung des Tinnitus

Im Rahmen der klinischen Entwicklung von Neramexane zur Behandlung des Tinnitus wurde im Juni 2007 eine Placebo-kontrollierte Studie zur therapeutischen Erprobung und Dosisfindung (proof of concept and dose-finding study) abgeschlossen. Die Primärergebnisse belegen klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit und bilden damit die Grundlage für die weitere klinische Entwicklung dieser Substanz aus der Merz-eigenen Forschung.

Die randomisierte, klinische Doppelblind-Studie wurde mit 429 Patienten in Deutschland und Österreich durchgeführt. Dabei wurden drei verschiedene Dosierungen von Neramexane mit einem Placebo (Scheinmedikament) verglichen. Für die Untersuchung der primären Zielgröße in dieser Studie diente ein validierter Tinnitus-Fragebogen.

Unter Tinnitus oder Ohrenklingeln werden Geräusche verstanden, die Patienten wahrnehmen, ohne dass eine äußere Geräuschquelle existiert. Tinnitus kann sich als Erkrankung manifestieren, die zur schweren Beeinträchtigung beim Schlafen sowie zur Beeinträchtigung der Konzentrations- und Arbeitsfähigkeit führt. Häufig tritt Tinnitus zusammen mit Schwerhörigkeit und Geräuschüberempfindlichkeit auf. Es handelt sich um eine in Industrieländern weit verbreitete Krankheit, unter der etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung dauerhaft leiden.

Erklärung der Fachtermini:

Doppelblind bedeutet im Zusammenhang mit einer klinischen Studie, dass weder der Patient noch der behandelnde Mediziner wissen, wer den Wirkstoff und wer das Placebo erhält.

Randomisiert bedeutet, dass die Patienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen (Wirkstoff und Placebo) eingeteilt werden.

Placebo-kontrolliert ist eine Studie, in der die Ergebnisse der Wirkstoff-Gruppe mit den Ergebnissen der Gruppe ohne Intervention (Placebo-Gruppe) verglichen werden.

Quelle: Pressemeldung Merz GmbH & Co. KGaA

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