Medikamentenverbrauch im Saarland am höchsten

02.08.2010 | Hannover
Im ersten Quartal 2010 betrugen die Arzneimittelkosten bei der KKH-Allianz rund 220 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind sie damit um 4,5 Prozent gestiegen. Die höchsten Kosten pro Versicherten verursachte das Bundesland Sachsen mit 128 Euro (Bundesdurchschnitt 109 Euro). In Bayern hingegen betrugen die durchschnittlichen Ausgaben nur 96 Euro pro Versicherten.

Die größte Kostensteigerung von 2009 zu 2010 verzeichnete die KKH-Allianz im Bundesland Brandenburg. Hier lagen die Arzneimittelausgaben je Versicherten im ersten Quartal 2010 acht Prozent höher als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Aktuelle Zahlen für das erste Halbjahr 2010 belegen, dass sich die Kostenspirale weiter nach oben dreht. Knapp fünf Prozent Steigerung je Versicherten verzeichnete die KKH-Allianz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

2,22 Arzneimittelpackungen pro Versicherten Die Ärzte haben im ersten Quartal 2010 durchschnittlich 2,22 Arzneimittelpackungen pro Versicherten verordnet. Die meisten Arzneimittel wurden im Saarland verschrieben. Hier erhielt jeder KKH-Allianz Versicherte durchschnittlich 2,65 Arzneimittel-Packungen aus öffentlichen Apotheken. Im Gegensatz dazu wurden in Brandenburg nur 1,93 Packungen pro Versicherten abgegeben. Auch bei der Verordnung von Originalpräparaten und günstigeren Nachahmerprodukten, den so genannten Generika, gibt es zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede. Während in Nordrhein-Westfalen der Generika-Anteil am generikafähigen Markt (Generika und patentfreie Originalpräparate) bereits bei 88 Prozent lag, wurden in Baden-Württemberg nur knapp 84 Prozent Generika verordnet. Nachteile müssen Kunden durch den Austausch eines patentfreien Originalpräparates durch ein günstigeres Generikum nicht befürchten: Wirkstoff und Packungsgröße bleiben gleich.

Originalpräparate bis zu siebenmal teurer Dass vor allem die patentgeschützten Originale deutlich teurer sind als Generika-Präparate, belegt ein Vergleich der durchschnittlichen Packungskosten im ersten Quartal 2010. In Berlin lag der Durchschnittspreis für ein patentgeschütztes Originalpräparat beispielsweise um ein siebenfaches über dem Preis für ein Generikum. Die Preise für patentgeschützte Originalpräparate sind allein im ersten Quartal durchschnittlich um 17,7 Prozent gestiegen. Angesichts dieser Preisentwicklung sehen Experten ein Preismoratorium wie es im Arzneimittelsparpaket beschlossen wurde, als eine wichtige Maßnahme an, um einem weiteren Anstieg der Kosten im Gesundheitswesen entgegenzuwirken

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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