Kritische Pharmastimme soll zum Schweigen gebracht werden
Seit September letzten Jahres lassen die Gesundheitspolitikerinnen und -politiker der Union nichts unversucht, um Peter Sawicki als Leiter des renommierten Instituts abzusägen. Sie betreiben gemeinsam mit der FDP Klientelpolitik zugunsten der Pharmaindustrie. Die Suppe auslöffeln müssen die Versicherten - durch höhere Arzneimittelkosten ohne Mehrnutzen. Der Versuch, dieses politische Vorhaben durch Vorwürfe über falsche Abrechnungen zu verschleiern, ist schäbig.
Peter Sawitzki ist einer der profiliertesten deutschen Vertreter der evidenzbasierten Medizin. Diese auf empirisch nachgewiesener Wirksamkeit beruhende Bewertung von Arzneimitteln und Behandlungsmethoden droht massiven Schaden zu nehmen. Die geplante Ablösung von Peter Sawicki ist der erste Schritt auf dem Weg der Koalition, die sinnvolle Arbeit des IQWiG weichzuspülen. Laut Koalitionsvertrag ist ihr Ziel, dass die Arbeit des IQWiG auf höhere Akzeptanz bei den Herstellern trifft. Die Forderung der Koalition nach mehr Transparenz im Verfahren des IQWiG ist scheinheilig, da sie nichts dafür tut, die Transparenz bei Arzneimittelstudien zu erhöhen. Für die korrekte Bewertung von Arzneimitteln ist die Auswertung aller vorhandenen Studien notwendig. Diese werden dem IQWiG von der Pharmaindustrie jedoch vorenthalten. Daher fordern wir, dass Deutschland eine verpflichtende Registrierung und Veröffentlichung der Ergebnisse aller Arzneimittelstudien einführt. Die Pharmaindustrie sollte nicht nur kurz- sondern auch langfristig denken. Eine umfassende Nutzen- beziehungsweise Kosten-Nutzen-Bewertung ist auch in ihrem Interesse, da in der Konsequenz Geld in die Erforschung echter Innovationen statt in "vermeintliche" Miniverbesserungen fließt.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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