Kein Zurück bei der spezialärztlichen Versorgung
Der Ist-Zustand bei der Versorgung von schwerwiegenden Erkrankungen im § 116b SGB V ist keine Alternative zur ASV und schadet insbesondere Patienten sowie niedergelassenen Fachärzten. Profiteure eines Festhaltens am Zwei-Sektoren-System wären allein die Kliniken, die ihre Strukturen einseitig auf den ambulanten Bereich ausdehnen könnten.
Bleibt die alte gesetzliche Regelung in Kraft, wird die Abschottung von ambulantem und stationärem Sektor fortgeschrieben. Teure Doppelstrukturen auf Klinikseite und weitere Reibungsverluste in der Versorgung wären die Folge. Die Patienten wären die Leidtragenden einer teureren und schlechteren Behandlung.
Bereits heute schon gibt es einen föderalen Flickenteppich bei den Genehmigungen zur ambulanten Öffnung der Krankenhäuser. Einige Länder genehmigen exzessiv, andere zeigen sich restriktiv hinsichtlich einer längst überfälligen Verzahnung der Sektoren. Von gleichen Wettbewerbsbedingungen stationärer und ambulanter Versorgung kann daher keine Rede sein.
Weiterhin macht der NAV-Virchow-Bund deutlich, dass durch die gesetzliche Neuregelung jetzt erstmals Qualitätssicherung sowie der notwendige Facharztstandard mit persönlicher Leistungserbringung einheitlich geregelt werden müssen. Dies würde bei einem Einstampfen der ambulanten spezialärztlichen Versorgung entfallen.
Im Zuge der Umsetzung der ASV fordert der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands den Gesetzgeber auf, weitere wichtige Rahmenbedingungen abzustecken: Dazu zählen dreiseitige Verträge zwischen Kassen, Kliniken und Ärzten. Nur sie ermöglichen faire Wettbewerbsbedingungen. Im Gegensatz zu Zugangsvoraussetzungen, Indikationskatalogen und Qualitätsanforderungen über langwierig zu entwickelnde Richtlinien durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), sind sie zweckmäßiger, sachgerechter und vor allem schneller umsetzbar. Eine vereinheitlichte "Richtlinien-Versorgung" durch den G-BA bleibt aus. Regionale Besonderheiten in der Versorgung können besser berücksichtigt werden.
Der neu entstehende Leistungsbereich darf darüber hinaus nicht budgetiert, der Zugang für die teilnehmenden niedergelassenen Ärzte nicht durch bürokratische Hürden behindert sein. Hier sind die Kassenärztlichen Vereinigungen in der Pflicht, so beim Nachweis für die Teilnahmeberechtigung am spezialärztlichen Versorgungsbereich. Das Gleiche gilt für die Abrechnung der ASV-Leistungen. Hier können bewährte KV-Strukturen sinnvoll genutzt werden. Auch die erforderlichen Qualitätsanforderungen der teilnehmenden Ärzte kann die Kassenärztliche Vereinigung ermitteln, da alle an der ASV teilnehmenden niedergelassenen Ärzte parallel auch "regulär" fachärztlich tätig sein werden. Doppelstrukturen werden vermieden, ein weiterer Bürokratiezuwachs in den Praxen bleibt aus.
Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund
Dieser Beitrag wurde bisher 71 mal gelesen.
(Rang 550 auf pharma-infos.de)
Weitere News
Caprolactam-Fabrik in Ludwigshafen feiert 50-jähriges Jubiläum
11.11.2011 | BASF weltweit größter Hersteller von Caprolactam Betriebskompetenz und Verbund-Strategie sorgen für hohe...
weiter in Caprolactam-Fabrik in Ludwigshafen ...Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011
17.06.2011 | In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen ein Plus von 1,468 Milliarden Euro...
weiter in Krankenkassen erreichen positives ...Raymond C. Stevens bekleidet die 21. Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur
26.05.2011 | Professor Raymond C. Stevens vom Scripps Research Institute in La Jolla (USA) wurde auf die diesjährige...
weiter in Raymond C. Stevens bekleidet die ...Bosch will Pharmaspezialisten übernehmen
27.04.2011 | Bosch hat am 27. April 2011 Verträge zur Übernahme der Tochtergesellschaften Hüttlin GmbH und Manesty Ltd. der...
weiter in Bosch will Pharmaspezialisten ...Bayer und Regeneron beginnen Phase-III-Studienprogramm bei diabetischem Makula-Ödem
08.04.2011 | Bayer HealthCare und Regeneron Pharmaceuticals starten die erste von zwei Phase-III-Studien mit dem klinischen...
weiter in Bayer und Regeneron beginnen ...Aktuelles
Caprolactam- Fabrik in Ludwigshafen feiert 50- jähriges Jubiläum
BASF weltweit größter Hersteller von Caprolactam...
weiter ...Kein Zurück bei der spezialärztlichen Versorgung
Die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) muss jetzt...
weiter ...Neuigkeiten
KBV unterschätzt Kassenzugriff auf Praxisdaten
gevko will IT-Infrastruktur monopolisieren
weiter ...Weitere Themen
Europäische Auszeichnung für BDI- Ehrenpräsident Dr. Gerd Guido Hofmann
Die U.E.M.S., die Europäische Fachärzte Union, hat den...
weiter ...Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte
"Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der...
weiter ...Archiv
Reinhardt: Von den drängenden Problemen an Kliniken ist keines wirklich gelöst
Druck durch Ärztemangel wird weiter zunehmen
weiter ...Suche nach Lebensrettern: Über 400 Gothaer Mitarbeiter lassen sich für die DKMS typisieren
Konzernweite Typisierungsaktion des Versicherers am 4....
weiter ...Verschiedenes
BASF verlegt Hauptsitz des Unternehmensbereichs Dispersions & Pigments nach Hongkong
Die BASF plant den weltweiten Hauptsitz des...
weiter ...Reinhardt: Heilkunde muss allein ärztliche Aufgabe bleiben!
GBA überschreitet Grenze von Delegation zu Substitution
weiter ...
