Jeder Baden-Württemberger nimmt zwei Arzneipackungen

29.09.2010 | Hannover
Im ersten Quartal 2010 haben die Arzneimittelkosten bei der KKH-Allianz rund 220 Millionen Euro betragen. Davon entfielen 31 Millionen Euro auf das Bundesland Baden-Württemberg. Pro Versicherten beliefen sich hier die Kosten auf 106 Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Kosten um 1,5 Prozent gestiegen. Die Ärzte haben im ersten Quartal 2010 fast fünf Millionen Arzneimittelpackungen verordnet.

Rund 670.000 Medikamentenpackungen wurden allein in Baden-Württemberg in öffentlichen Apotheken abgegeben. Durchschnittlich bekam jeder bei der KKH-Allianz versicherte Baden-Württemberger in diesen drei Monaten zwei Medikamentenpackungen.

Bei der Verordnung von günstigeren Nachahmerprodukten, den so genannten Generika, sind die Ärzte im Bundesland Baden-Württemberg noch etwas zögerlich. Der Generika-Anteil am generikafähigen Markt (Generika und patentfreie Originalpräparate) lag im ersten Quartal bei nur knapp 84 Prozent. Damit erzielte Baden-Württemberg im Bundesländer-Vergleich den niedrigsten Wert. Dabei müssen Patienten keine Nachteile durch den Austausch eines patentfreien Originalpräparates durch ein günstigeres Generikum befürchten: Wirkstoffstärke und Packungsgröße bleiben gleich.

Dass vor allem die patentgeschützten Originale deutlich teurer sind als Generika-Präparate, belegt ein Vergleich der durchschnittlichen Packungskosten im ersten Quartal 2010. In Baden-Württemberg lag der Durchschnittspreis für ein patentgeschütztes Originalpräparat beispielsweise um ein sechsfaches über dem Preis für ein Generikum.

Die Preise für patentgeschützte Originalpräparate sind allein im ersten Quartal in Baden-Württemberg um 18 Prozent gestiegen. Angesichts dieser Preisentwicklung sehen Experten ein Preismoratorium wie es im Arzneimittelsparpaket beschlossen wurde, als eine wichtige Maßnahme an, um einem weiteren Anstieg der Kosten im Gesundheitswesen entgegenzuwirken.

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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