IQWiG-Bericht erfolgte nach veralteten Kriterien
Diese Beurteilung der gesamten Produktgruppe kommt bei den bekannten IQWiG-eigenen Kriterien wenig überraschend, hat aber auf die Verordnungsfähigkeit keine Auswirkungen. Denn zu entscheiden hat der Gemeinsame Bundesausschuss. Unter einer negativen Entscheidung würden ganz besonders Kinder und Jugendliche leiden.
Seit 1. April 2007 gilt das Wettbewerbsstärkungsgesetz für gesetzliche Krankenkassen. Anders als das IQWiG, das seinen Bericht entsprechend dem alten Recht abgefasst hat, muss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nach den neuen Kriterien dieses Gesetzes entscheiden. Dies wird durch die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Bundestag bestätigt. Novo Nordisk fordert daher, dass das Verfahren zur Bewertung der kurzwirksamen modernen Insuline so gestaltet wird, dass den neuen gesetzlichen Regelungen entsprochen werden kann. Dies bedeutet unter anderem die konstruktive, frühzeitige Einbindung der Experten, Patienten und betroffenen Unternehmen sowie die Bewertung auf der Basis internationaler Standards. Da der Bericht des IQWiG nur eine unvollständige Grundlage für eine Entscheidung des G-BA darstellen kann, sollten sich die Betroffenen auf eine gemeinsame Vorgehensweise verständigen. Im weiteren Verfahren wird Novo Nordisk die im Bericht angeführten Informationsdefizite klären. Derzeit kann festgestellt werden, dass das Unternehmen dem Wunsch des IQWiG nach Übermittlung weitergehender Informationen auch zu bislang unveröffentlichten Studien nachgekommen ist und direkt an die Novo Nordisk Pharma GmbH gerichtete Anfragen beantwortet wurden. In dem Bericht wird ein Zusatznutzen der modernen Insuline gegenüber dem älteren Humaninsulin bestritten. Sollte es auf Basis des Berichts dazu kommen, dass moderne Insuline wie z.B. NovoRapid" aus der Verordnungsfähigkeit für gesetzlich Versicherte mit Diabetes mellitius Typ 1 herausgenommen werden, hätte das vor allem für Kinder und Jugendliche mit dieser chronischen Erkrankung einschneidende Konsequenzen im täglichen Umgang mit ihrer Krankheit. Denn vor allem Kinder und Jugendliche profitieren von den Vorteilen moderner Insuline gegenüber älteren Humaninsulinen. Diese Vorteile sind in den meisten anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union anerkannt, so dass Humaninsuline aufgrund ihrer Unterlegenheit bezüglich ihres Sicherheitsprofil und Aspekten der Lebensqualität gegenüber modernen Insulinen zum Teil als Therapieoption nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Man kann schon heute davon ausgehen, dass Kinder und Jugendliche unter einer möglichen Rückumstellung auf alte Humaninsuline am stärksten zu leiden hätten. Die Erfahrung zeigt, dass eine Vielzahl der Patienten, die aufgrund des Beschlusses des G-BA zur Verordnungsfähigkeit der gleichen Medikamentengruppe beim Diabetes mellitus Typ 2 im vergangen Jahr von modernen Insulinen auf Humaninsulin umgestellt werden mussten, inzwischen wieder ihre ursprüngliche Therapie mit modernen Insulinen erhalten. Beim Diabetes mellitus Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die meist im Kindesalter auftritt. Sie befällt die Bauchspeicheldrüse und führt dazu, dass der Körper kein eigenes Insulin mehr produziert. Dadurch ist die Verwertung von Zucker nicht mehr möglich. Ohne die Gabe von Insulin hat die Erkrankung tödliche Folgen.
Quelle: Pressemeldung Novo Nordisk Pharma GmbH
Dieser Beitrag wurde bisher 55 mal gelesen.
(Rang 821 auf pharma-infos.de)
Weitere News
Europäische Auszeichnung für BDI- Ehrenpräsident Dr. Gerd Guido Hofmann
09.11.2011 | Die U.E.M.S., die Europäische Fachärzte Union, hat den Ehrenpräsidenten des Berufsverbands Deutscher...
weiter in Europäische Auszeichnung für BDI- ...Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte
20.09.2011 | "Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der Arzneimittelverordnung vor Ort eng im Sinne der Patienten zusammen...
weiter in Wirkstoffverordnung bringt ...Dr. Emmanuel Siregar: Geschäftsführer Personal und Organisation Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
390 mal gelesen. Rang 10 auf pharma-infos.de.
20.05.2011 | Der Aufsichtsrat der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH hat am 20. Mai Dr. Emmanuel Siregar zum Geschäftsführer...
weiter in Dr. Emmanuel Siregar: ...Pro Generika befürwortet Petition der Deutschen Schmerzliga
18.05.2011 | Kein automatischer Austausch von starken Schmerzmitteln. In einer öffentlichen Anhörung des Deutschen...
weiter in Pro Generika befürwortet Petition ..."Mastitisinitiative 2010": Ein Erfolg in der Mastitisprophylaxe
04.04.2011 | Die Ergebnisse der "Mastitisinitiative 2010" von Pfizer Tiergesundheit belegen: Neue Lösungsansätze für...
weiter in "Mastitisinitiative 2010": Ein ...Aktuelles
Caprolactam- Fabrik in Ludwigshafen feiert 50- jähriges Jubiläum
BASF weltweit größter Hersteller von Caprolactam...
weiter ...Kein Zurück bei der spezialärztlichen Versorgung
Die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) muss jetzt...
weiter ...Neuigkeiten
KBV unterschätzt Kassenzugriff auf Praxisdaten
gevko will IT-Infrastruktur monopolisieren
weiter ...Schlaganfall - Stammzell- Therapie repariert Hirnschäden
Ein Schlaganfall verursacht nicht selten bleibende...
weiter ...Weitere Themen
Europäische Auszeichnung für BDI- Ehrenpräsident Dr. Gerd Guido Hofmann
Die U.E.M.S., die Europäische Fachärzte Union, hat den...
weiter ...Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte
"Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der...
weiter ...Archiv
Reinhardt: Von den drängenden Problemen an Kliniken ist keines wirklich gelöst
Druck durch Ärztemangel wird weiter zunehmen
weiter ...Suche nach Lebensrettern: Über 400 Gothaer Mitarbeiter lassen sich für die DKMS typisieren
Konzernweite Typisierungsaktion des Versicherers am 4....
weiter ...Verschiedenes
BASF verlegt Hauptsitz des Unternehmensbereichs Dispersions & Pigments nach Hongkong
Die BASF plant den weltweiten Hauptsitz des...
weiter ...Reinhardt: Heilkunde muss allein ärztliche Aufgabe bleiben!
GBA überschreitet Grenze von Delegation zu Substitution
weiter ...
