Heuschnupfen bei Kindern

02.04.2009 | Heidelberg
Universitätsklinikum Heidelberg sucht Studienteilnehmer für neue Therapie

Tropfen statt Spritzen zur Hyposensibilisierung, damit in der Pollensaison die Nase nicht läuft: Eine klinische Studie, an der man auch am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg teilnehmen kann, soll zeigen, ob Tropfen einer Allergenlösung, die unter die Zunge gegeben werden, bei Kindern mit Heuschnupfen eine Besserung oder sogar Heilung der Allergie bewirken.

Bei der so genannten Hyposensibilisierung werden die Substanzen gezielt in den Körper eingeschleust - meist per Spritze unter die Haut. Die Hyposensibilisierung ist weltweit als einzige Therapieform anerkannt, die eine Allergie langfristig bessern oder sogar heilen kann. Da für viele Patienten die Spritzenkur umständlich ist, weil nur der Arzt diese vornehmen darf, entwickelten Wissenschaftler in den letzten Jahren Alternativen. Unter die Zunge gegebene Tropfen oder Tabletten, die der Patient zu Hause einnehmen kann, stellen nachgewiesenermaßen eine sichere und wirksame Alternative für die Spritzen dar. Besonders für Kinder eignen sich die Alternativen zur Spritze.

Teilnehmen können Kinder zwischen vier und elf Jahren

Durchgeführt wird die Studie in der Allergologischen Ambulanz des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg. Teilnehmen können Kinder zwischen vier und elf Jahren, die unter einer Gräserpollenallergie leiden, und zwar an allergischem Schnupfen mit oder ohne allergiebedingtem Asthma bronchiale. Getestet wird die Wirksamkeit von Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden.

Der Einschluss von Patienten in diese Studie hat bereits begonnen. Bevor jedoch ein Heuschnupfen-Patient in die Studie aufgenommen wird, führen die Ärzte Standarduntersuchungen und einen Lungenfunktionstest durch. Auch während des Studienzeitraums werden die Teilnehmer umfassend medizinisch betreut inklusive kostenloser antiallergischer Medikamente. Zudem erhalten sie für die Teilnahme eine angemessene Aufwandsentschädigung.

Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leidet an Heuschnupfen

Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leidet an Heuschnupfen, der durch Pollen verschiedener Pflanzen (vor allem Bäume, Gräser, Getreide, Kräuter) hervorgerufen wird. Gräserpollen sind die häufigste Ursache für einen Heuschnupfen. Eine Pollenallergie äußert sich vor allem mit Nasen-, Augensymptomen und/oder asthmatischen Beschwerden in der entsprechenden Pollensaison.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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