Herceptin vor der Operation ermöglicht Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs ein Überleben ohne Rückfall
"Die positiven Ergebnisse der NOAH-Studie zeigen, dass die Behandlung mit Herceptin vor der Operation langfristige Vorteile für Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs hat", sagte William M. Burns, CEO der Division Pharma bei Roche. "Herceptin bietet Frauen mit frühem Brustkrebs eine sehr viel bessere Prognose, auch wenn ihre Erkrankung lokal fortgeschritten ist".
"Frauen mit lokal fortgeschrittenem, HER2-positivem Brustkrebs sind schwer zu behandeln", erklärt Professor Luca Gianni vom Istituto Nazionale Tumori Milano in Mailand, Italien, einer der Hauptprüfer der NOAH-Studie. "Die Ergebnisse der NOAH-Studie legen nahe, dass die einjährige Herceptin-Behandlung in Kombination mit einer Chemotherapie zur Standardtherapie bei Frauen mit lokal fortgeschrittenem, HER2-positiven Brustkrebs werden sollte".
Das Ziel der präoperativen (neoadjuvanten) Therapie bei Frauen mit Brustkrebs besteht darin, zur Erleichterung der Operation den Tumor lokal besser unter Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig gilt es, die Sensitivität des Tumors gegenüber einer spezifischen Behandlung zu ermitteln. Die NOAH-Studie ist die grösste randomisierte Phase-III-Studie zur Beurteilung der Vorteile einer neoadjuvanten Verabreichung von Herceptin in Kombination mit einer Chemotherapie gegenüber der alleinigen Chemotherapie bei Frauen mit lokal fortgeschrittenen, HER2-positivem Brustkrebs. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die präoperative Herceptin-Behandlung dazu beträgt, einen lokal fortgeschrittenen Brustkrebs zum Schrumpfen zu bringen und den Langzeiterfolg zu verbessern.
Über die NOAH-Studie
Die NOAH-Studie (NeOAdjuvant Herceptin) ist eine multizentrische, randomisierte Open-label-Studie mit Beteiligung von 228 Patientinnen mit zentral bestätigtem, lokal fortgeschrittenen HER2-positivem Brustkrebs, einer besonders aggressiven Form der Erkrankung. 115 Patientinnen erhielten vor der Operation eine Standardchemotherapie plus Herceptin (die Herceptin-Behandlung wurde über ein Jahr weitergeführt), 113 Patientinnen erhielten vor der Operation ausschliesslich die Standardchemotherapie. Primärer Endpunkt war das ereignisfreie Überleben (EFS), definiert als der Zeitraum von der Randomisierung bis zu einem Rezidiv, einer Krankheitsprogression oder Tod jedweder Ursache. Sekundäre Endpunkte waren die pathologische Komplettremission (pCR), die Gesamtansprechrate (ORR), das Gesamtüberleben (OS) und die Sicherheit.
Aus den endgültigen Ergebnissen der in Phase III befindlichen NOAH-Studie geht hervor, dass Herceptin plus Chemotherapie bei 70% der Patientinnen zu einem ereignisfreien Dreijahresüberleben führt, gegenüber 53% bei den allein mit Chemotherapie behandelten Frauen. Die Gabe von Herceptin zusätzlich zur Chemotherapie reduzierte das relative Rezidivrisiko um etwa die Hälfte (HR 0,56, p=0,006). Darüber hinaus wurde gezeigt, dass durch die Behandlung mit Herceptin plus Chemotherapie bei nahezu doppelt so vielen Patientinnen der Tumor vollständig zerstört wurde (ein vollständiges pathologisches Ansprechen auf die Behandlung), nämlich bei 39% im Vergleich zu 20% der ausschliesslich mit Chemotherapie behandelten Patientinnen (p=0,002). Die Gesamtansprechrate war ebenfalls signifikant höher (89% vs. 77%, p=0,02).
Über Brustkrebs
Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebsart bei Frauen. Jedes Jahr werden weltweit mehr als eine Million neuer Brustkrebsfälle diagnostiziert, 400.000 Menschen sterben an der Erkrankung.
Bei HER2-positivem Brustkrebs sind an der Oberfläche der Tumorzellen erhöhte Mengen des HER2-Proteins vorhanden, weshalb man von "HER2-Positivität" spricht. Hohe HER2-Werte finden sich vor allem bei einer sehr aggressiven und auf Chemotherapie schlecht ansprechenden Form der Erkrankung. Untersuchungen haben ergeben, dass bei ca. 20 der Frauen mit Brustkrebs ein HER2-positiver Tumor vorliegt.
Quelle: Pressemeldung Roche Deutschland Holding GmbH
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