HER2-Antikörper erhält Robert Koch Award
Der diesjährige Robert Koch Award ging an Trastuzumab (Herceptin®) von der Roche Pharma AG. Der zum Springer Medizin Verlag GmbH gehörende Verlag Urban & Vogel würdigt damit die herausragende Medikamentenwirkung und die Verbesserung der Patientenversorgung. Trastuzumab hat sich in der Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs etabliert. Verliehen wurde der Preis im Rahmen der Pressekonferenz „Innovative Ansätze in der Medizin - Therapeutische Proteine in der Krebsbehandlung". Für gezielte Therapien sind Antikörper bedeutend, da sie an ihr Zielmolekül mit hoher Effektivität binden und so beispielsweise eine Aktivierung des körpereigenen Immunsystems auslösen können. „Trastuzumab stellt die erste gezielte, ausschließlich auf den Tumor gerichtete Antikörpertherapie dar, wodurch eine deutliche Qualitätsverbesserung in der Versorgung von HER2-positiven Brustkrebspatientinnen möglich wird", begründet der Vorsitzende der Jury Prof. Dr. med. Thomas Unger, Direktor des Pharmakologischen Institutes der Charité Berlin, die Entscheidung. Bei der Auswahl des Preisträgers orientiert sich die Jury vor allem an die Kriterien Innovation, Verbesserung der Patientenversorgung und Potential für weitere klinische Forschungen. Antikörper gegen Brustkrebs Mit therapeutischen Proteinen und hier insbesondere monoklonalen Antikörpern wurden in den letzten Jahren immense therapeutische Fortschritte erreicht und sind auch zukünftig zu erwarten. „In der Brustkrebstherapie ist Herceptin eine Innovation, sowohl was den spezifischen Wirkmechanismus als auch den Nutzen für den Patienten betrifft", erklärt Prof. Dr. Dr. Klaus Strein, Leiter der Pharmaforschung und Pharmaentwicklung bei Roche Deutschland. Die Aussichten auf ein verlängertes Leben und möglichen Heilungschancen bei frühzeitigem Einsatz von Trastuzumab haben sich bei Frauen mit Brustkrebs deutlich erhöht. „Die überragende Wirksamkeit von Trastuzumab bei gleichzeitig guter Verträglichkeit und hoher Sicherheit der Therapie zeigt eindeutig das große Potenzial von Trastuzumab", resümierte Frau Prof. Dr. Nadja Harbeck, Leitende Oberärztin Konservative Senologie, Frauenklinik der TU München. Therapeutische Proteine für unterschiedliche Erkrankungen „Unsere Aufgabe ist es nun, Antikörper noch wirkungsvoller zu gestalten und weitere, zielgerichtete Behandlungsansätze zu entwickeln", ergänzt Strein. „So ist Trastuzumab bsp. mit Zytostatika, weiteren Antikörpern oder Small Molecules kombinierbar, was zu besseren Therapieergebnissen führt." Auch lässt sich die stimulierende Wirkung der Antikörper auf Zellen des Immunsystems gentechnisch so verändern, dass die Immunzellen verstärkt an Krebszellen binden. Dies führt zu einer effektiven Zerstörung von Tumorzellen und somit zu besseren Behandlungsmöglichkeiten. "Im Mittelpunkt unserer Forschung steht weiterhin die Krebstherapie. Aber auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer, Rheumatoide Arthritis oder multiple Sklerose können so therapiert werden", erläutert Prof. Dr. Dr. Strein.
Quelle: Pressemeldung Roche Deutschland Holding GmbH
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