Grund zum Optimismus für 2009

23.01.2009 | Heidelberg
Universitätsklinikum Heidelberg feierte seinen Neujahrsempfang im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT, das in diesem Jahr in Betrieb gehen wird / "Wir werden es schon schaffen"

Das Universitätsklinikum Heidelberg startet - der allgemein schlechten wirtschaftlichen Prognose zum Trotz - optimistisch ins neue Jahr. Auf dem Neujahrsempfang am 22. Januar 2009 im neuen Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT begrüßte der Vorstand des Klinikums rund 100 Gäste aus Politik und Gesundheitswesen, der Universität und den Heidelberger Forschungseinrichtungen - darunter den Aufsichtsratvorsitzenden Ministerialdirigent Hans-Jürgen Müller-Arens, Aufsichtsratmitglied und Mäzen Manfred Lautenschläger sowie die Landtagsabgeordneten Werner Pfisterer und Theresia Bauer.

Nach dem Motto "Wir werden es schon schaffen" vertraut der Klinikumsvorstand vor allem auf das Engagement und die Qualität seiner Mitarbeiter, um auch schwere Zeiten zu bestehen.

Das vergangene Jahr gibt Grund zum Optimismus: Nicht nur die wirtschaftliche Bilanz des Universitätsklinikums im 2008 kann sich sehen lassen, erklärte der Leitende Ärztliche Direktor, Professor Dr. J. Rüdiger Siewert. Erfolgreich verlaufen sei auch die kollegiale Zusammenführung der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg mit dem Universitätsklinikum, die voraussichtlich Mitte 2009 abgeschlossen sein wird, die umfangreiche Bautätigkeit im Neuenheimer Feld, die das Universitätsklinikum zu großen Teilen selbst finanziert, sowie klinische und wissenschaftliche Entwicklungen der Heidelberger Hochschulmedizin auf nationaler und internationaler Ebene und nicht zuletzt die Unterstützung durch Mäzene, die über finanzielle Engpässe hinweghilft.

Erfolgreiche Forschung sei nur möglich durch eine Einbindung in die Universität und durch enge Kooperation mit den außer-universitären Großforschungseinrichtungen. "Der Campus Heidelberg bietet dafür ideale Voraussetzungen", so Professor Siewert. "Wir wollen hier neue Strukturen erarbeiten, die diese Zusammenarbeit weiter erleichtern. Dafür bemühen wir uns um neue Vereinbarungen z.B. mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum."

Mahnende Worte richtete Professor Siewert an das Wissenschaftsministerium in Baden-Württemberg, die Hochschulmedizin nicht zu vergessen. Nach aufwendiger Vorbereitung des neuen "Universitätsklinikagesetzes", herrsche darum nun "bleierne Ruhe".

Leistungen im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert

Die Leistungen im stationären Bereich hat das Universitätsklinikum Heidelberg 2008 erneut gesteigert und gehört damit zu den größten und leistungsstärksten Universitätsklinika in Deutschland. "Damit haben wir eine gute Ausgangslage für 2009", sagte die kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan und dankte allen Mitarbeitern des Klinikums herzlich für ihre sehr gute und engagierte Arbeit. "Wir wollen auch im nächsten Jahr wieder moderat wachsen und unsere Kooperationen mit unseren bei der gemeinsamen Krankenversorgung der Patienten in der Region intensivieren", so Irmtraut Gürkan.

Ein Wachstum war auch bei der Anzahl der Mitarbeiter zu verzeichnen: Mehr als 100 neue Stellen besetzten Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum in den Bereichen Pflege und wissenschaftliches Personal. Für die aktuellen Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern außerhalb des ärztlichen Dienstes erbat die kaufmännische Direktorin Umsicht bei allen Beteiligten: "Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für den Erhalt der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter. Krisenfeste Arbeitsplätze, wie am Universitätsklinikum, gibt es nur noch selten, die sollten wir nicht gefährden."

Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs müssen substanziell verbessert werden

Das akademische Jahr 2008 galt dem Ausbau des errungenen Elitestatus: "Die Elite-Universität hat Fahrt aufgenommen", stellte Professor Dr. Claus R. Bartram, Dekan der Medizinischen Fakultät, fest und verwies insbesondere auf die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den naturwissenschaftlichen Schwesterfakultäten der Universität und den außeruniversitären Einrichtungen wie DKFZ, EMBL und Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung im Rahmen von Exzellenzclustern und Graduiertenschulen. Zum Konzept der Volluniversität trage besonders das Marsilius-Kolleg als gelebte Kooperation von Natur- und Geisteswissenschaften bei.

Sorge bereiteten dagegen Perspektiven und Rahmenbedingungen in der Medizin und der medizinischen Forschung: Eine wachsende Anzahl junger Mediziner gehe ins Ausland oder wechsle in andere Berufe. "Die Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs müssen substanziell verbessert werden, auch und gerade in den theoretischen Fächern", richtete der Dekan einen Appell an die politischen Entscheidungsträger. Hier sei das Land gefordert, so Claus Bartram. "Jeder Euro für die Medizin ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes."

Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT in technischer Testphase

Einen Überblick über den Entwicklungsstand des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums HIT gab Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Radioonkologie und Strahlentherapie am Universitätsklinikum Heidelberg. Die bislang weltweit einzigartige Therapieanlage ist im Rahmen der Testphase 24 Stunden täglich in Betrieb. "Wir gehen davon aus, dass die technische Testphase bald abgeschlossen sein wird und wir danach bald die ersten Patienten bestrahlen können", so Professor Debus.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg

Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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