Gemeinsam für integrierte Versorgung

29.11.2004 | Augsburg
Von der Kooperation profitiert das Modell "mammaNetz", die bundesweit einzige Begleit- und Orientierungsstelle für Brustkrebspatientinnen. mammaNetz überzeugt seit einem Jahr durch problemorientierte und sektorenübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Versorgungs-einrichtungen.

"Die AOK Bayern schätzt mammaNetz als innovative Institution mit hoher Versorgungsqualität", stellt Horst Erhardt, Geschäftsführer des Augsburger beta Instituts für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung, fest. Das gemeinnützige beta Institut ist Projekt- und Studienzentrale des mammaNetzes. Seit der Gründung im September 2003 hat mammaNetz rund 250 Brustkrebspatientinnen mit einem umfassenden Betreuungs- und Informationsangebot geholfen. "Mit der Unterstützung durch die AOK Bayern werden wir der ganzheitlichen Versorgung von Brustkrebs-Patientinnen weitere entscheidende Impulse geben", ist Erhardt überzeugt.

Seit Beginn dieses Jahres können Krankenkassen im Rahmen der integrierten Versorgung mit Anbietern Verträge abschließen. Seitdem fördert die AOK Bayern verschiedene Projekte in diesem Bereich. Das beta Institut ist eine der ersten nicht-medizinischen Einrichtungen, mit der die Krankenversicherung in Bayern zusammenarbeitet. mammaNetz bietet Frauen mit Brustkrebs eine Versorgungsqualität, die in vielen Fällen über gewohnte Standards hinausgeht. "Mit der integrierten Versorgung soll jetzt gezeigt werden, dass nicht nur die Versorgungsqualität erhöht werden kann, sondern sich auch Kosten sparen lassen", erklärt Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. Ziel des AOK-Projekts ist es, einen sektorenübergreifenden Behandlungspfad von der Diagnose bis zur Nachsorge zu installieren. Dabei wird jede Phase des Prozesses auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und optimiert. Im Zentrum des Projekts steht mammaNetz als einmaliges Versorgungsnetzwerk, das die Angebote von über 100 Einrichtungen in der Region Augsburg-Schwaben bündelt: von der Klinik und niedergelassenen Praxis bis zum Sanitätshaus, von der Selbsthilfegruppe bis zum Perückenspezialisten.

Die Entscheidung der AOK Bayern für Augsburg-Schwaben als Modellregion liegt auf der Hand: Das Klinikum Augsburg als größtes Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilian-Universität München, das beta Institut als Vorreiter in der Entwicklung von Case Management-Strukturen sowie die Schwerpunkte Gesundheitsökonomie und Wirtschaftsinformatik der Universität Augsburg prädestinieren die Region für Projekte im Rahmen der integrierten Versorgung. "Neben all den wirtschaftlichen Erwägungen geht es uns aber vor allem um eine umfassende Versorgung der betroffenen Frauen", so Erhardt. Mit derartigen Projektzielen sorgt mammaNetz auch bundesweit für Aufmerksamkeit: Der erste Workshop zum Übertrag des Modells auf andere Regionen wurde bereits realisiert.

Das beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung hat mammaNetz konzipiert und fungiert als Studienzentrale. An der Begleitforschung sind unter anderem das Klinikum Augsburg und Institute der Universität Augsburg beteiligt. Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert eine Begleitstudie mit 1,25 Millionen Euro, Mittel für eine weitere Begleitstudie sind vom Bundesforschungsministerium in Aussicht gestellt. Partner des Projektes ist die betapharm Arzneimittel GmbH. Das Augsburger Unternehmen ist mittlerweile in ganz Deutschland bekannt für seinen Einsatz für soziale Projekte im Gesundheitswesen.

Integrierte Versorgung

Die integrierte Versorgung will die Grenzen zwischen der ambulanten und stationären Versorgung flexibler gestalten und eine umfassende, humane Gesundheitsversorgung gewährleisten, die sich stärker an den spezifischen Bedürfnissen der Patienten orientiert und gleichzeitig Kosten spart. Beteiligt sind verschiedene Akteure des Gesundheitswesens wie Ärzte, Krankenhäuser oder Rehabilitationseinrichtungen. Seit dem 1. Januar 2004 können Krankenkassen mit Anbietern Verträge abschließen. Eine Anschubfinanzierung von drei Jahren soll die Modelle fördern.

Case Management

"Case Management" im Gesundheitswesen ist eine patientenorientierte Methode, mit der Ärzte und Apotheker über die pharmazeutische Beratung hinaus bei psychosozialen und sozialrechtlichen Fragen helfen können. Das beta Institut hat bereits für verschiedene Bereiche Case Management-Konzepte entwickelt, z.B. Case Management in der Pädiatrie, in Apotheken und für Krankenhaus-Manager.

Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH

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