Fortbildung mit Zukunft: Case Management überzeugt Apotheker

09.08.2004 | Augsburg
Die erste Case Management-Fortbildung der Bayerischen Landes-apothekerkammer (BLAK) hat den Praxistest bestanden: Das Feedback der Schulungsteilnehmer zur Wirkung von Case Management im Apothekeralltag fällt durchweg positiv aus.

Wer heute als Apotheker im Wettbewerb bestehen will, muss nach neuen Wegen in der Kundenbindung suchen. Case Management ist eine patientenorientierte Methode, die es Apothekern ermöglicht, über die pharmazeutische Beratung hinaus bei psychosozialen und sozialrechtlichen Fragen zu helfen und sich so erfolgreich zu profilieren sowie Kunden zu binden. Der Case Manager verlässt den pharmazeutischen Blickwinkel, betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und berücksichtigt dabei auch finanzielle, psychische und soziale Aspekte.

Die BLAK und das beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung führten deshalb in Zusammenarbeit mit der betapharm eine Studie zum Case Management in der Apotheke durch und entwickelten auf dieser Basis ein zukunftsweisendes Fortbildungskonzept. Die erste Schulung zum Thema Case Management fand Ende März 2004 statt - mit großem Erfolg:

Auf einem Coaching-Tag am 16. Juni 2004 erhielten die ehemaligen Schulungsteilnehmer die Möglichkeit, ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von Case Management im Berufsalltag auszutauschen und sich Rat bei schwierigeren Fällen zu holen. Die Rückmeldungen zeugen von großer Begeisterung über den neu erlernten Ansatz: "...sensibilisiert für den Bedarf des Patienten", "praxistauglich", "ein persönlicher Gewinn", so einige exemplarische Aussagen.

"Die Sicherheit, helfen zu können"

Die von der BLAK mit beta Institut veranstaltete Fortbildung dauert insgesamt fünfeinhalb Tage - aufgeteilt auf zwei Termine - und behandelt drei Hauptthemen: (1) Die Methode Case Management, (2) Auskunft bei sozialrechtlichen Fragen und (3) die Kommunikation mit belasteten Patienten. Besonders das Kommunikationsmodul war den Teilnehmern wichtig. O-Ton: "Ich gehe jetzt ganz anders auf die Kunden zu, kann auch schwierige Themen anschneiden, ohne zu tief in die Privatsphäre einzudringen."

Wenn ein Patient tatsächlich auf das Angebot eingeht, fühlen sich die Case Manager gut vorbereitet: "Das Know-how aus der Fortbildung gibt die Sicherheit, effektiv helfen zu können. In unserer Apotheke haben wir viele Kunden, deren Angehörige Pflegefälle sind. Nach dem Seminar habe ich begonnen, auch mal nachzufragen, Information und Hilfe anzubieten. Nicht jeder hat das Angebot genutzt, aber alle waren positiv überrascht, dass ich als Apotheker auch etwas über Finanzierung von Pflegehilfsmitteln weiß oder Beratungsstellen empfehlen kann", äußert sich ein Apotheker. Ein Kollege meint: "In unserer Apotheke wurde gerade ein Qualitätsmanagement-System eingeführt. Ich habe festgestellt, dass Case Management und die soziale Beratung sich dort ideal integrieren lassen." Bei den Patienten, so die einhellige Meinung, kommt das soziale Beratungsangebot sehr gut an.

"Ganz andere Position im Gesundheitswesen einnehmen"

Insgesamt betrachten die Teilnehmer Case Management als eine Zukunft weisende Methode. "Unser Beruf hat auch einen sozial-menschlichen Aspekt", so ein selbständiger Apotheker. Und weiter: "Mit Case Management können wir Apotheker kompetent helfen und eine ganz andere Position im Gesundheitswesen einnehmen. Zudem vermittelt die Fortbildung eine neue Einstellung: Der Umsatz ist nicht mehr die einzige Größenordnung, die den Erfolg sichert. Deshalb wird in meiner Apotheke künftig das ganze Personal mehr auf den sozialen Aspekt achten müssen."

Die nächste Case Management-Fortbildung findet vom 21. bis 23. Oktober (Modul 1 und 2) und 25. bis 28. November 2004 in Augsburg (Modul 3) statt, Anmeldung unter: www.blak.de/bik. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Der begleitende Coaching-Tag soll am 19. Januar 2005 stattfinden. Die Fortbildung kostet 490 Euro. Die BLAK vergibt 48 Fortbildungspunkte. Solange Plätze frei sind, können auch Apotheker außerhalb von Bayern teilnehmen.

Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH

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