Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" verliehen
Anlässlich der heutigen Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), wurde in Kooperation mit dem Verein "Open the doors" zum zweiten Mal der Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" verliehen. Der jeweils zur Hälfte von der Sanofi-Synthelabo GmbH, einem Unternehmen der sanofi-aventis Gruppe, und der DGPPN gesponserte, und insgesamt mit 6.000 Euro dotierte Antistigma-Förderpreis, ging in diesem Jahr an die "Antistigma-Kampagne Münster*".
Die "Antistigma-Kampagne Münster", unter der Leitung von Frau Linde Schmitz-Moormann, wurde 1998 ins Leben gerufen. Sie ist eine Aktion gegen die Diskriminierung psychisch kranker Menschen und ihrer Familien für mehr Information und Verständnis. Die Öffentlichkeit wird durch Filmabende, Lesungen und Faltblätter direkt auf die Aktion angesprochen und für das Problem der Aus-grenzung psychisch kranker Menschen sensibilisiert. Im Zeitraum von Juli bis November 2003 wurde aufgrund der finanziellen Förderung der EU im Rahmen des "Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003" ein umfangreiches Schulprojekt verwirklicht. Ziel des Projektes war es, Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe umfassend über psychische Erkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und die Krankheit Schizophrenie zu enttabuisieren. Insgesamt besuchten sechs Moderatoren - Studierende der Diplompädagogik mit dem Schwerpunkt Sozial-und Gemeindepsychiatrie - und 10 Betroffene 430 Schüler. In den jeweils vierstündigen Veranstaltungen in 17 Schulklassen wurden die Schüler rund um das Thema psychische Erkrankungen informiert. Besonders erfolgreich zum Abbau der Vorurteile, war die Begegnung mit den Betroffenen selbst. Mythen wie "seelische Krankheiten sind unheilbar" und "für seelische Erkrankungen trägt jeder selbst die Schuld", konnten erfolgreich abgebaut werden.
"Dieser Erfolg zeichnet die Aktion "Antistigma-Kampagne Münster" besonders aus", so Prof. Gaebel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psycho-therapie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, in seiner Laudatio an Frau Linde Schmitz-Moormann. Sie nahm die Auszeichnung stellvertretend für die "Antistigma-Kampagne Münster" im Rahmen der DGPPN-Auftaktveranstaltung ent-gegen. Als weitere Vorteile, die die Jury zu der Auszeichnung veranlasst haben, hob Professor Gaebel besonders hervor, "dass die Kampagne sich aus der Selbst-hilfe entwickelt hat, schon lange aktiv ist, sehr strukturiert und auch evaluiert ist."
Das vom Weltverband für Psychiatrie (World Psychiatric Association, WPA) im Jahre 1996 initiierte Anti-Stigma-Programm "Open the doors" wird weltweit mit dem Ziel durchgeführt, das Stigma und die Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, speziell der Schizophrenie, abzubauen. Durch Aufklärung soll das Wissen um schizophrene Störungen, ihre Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden. So sollen Vorurteile gegenüber der Erkrankung abgebaut und soziale Beeinträchtigung aufgrund von Stigmatisierung vermindert werden. In Deutschland wird das Antistigma-Programm "Open the doors" unter dem Dach des gleichnamigen Vereins durchgeführt.
Der Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" wird an Personen, Institutionen oder Selbsthilfegruppen verliehen, die sich um die Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen besonders verdient machen.
Die sanofi-aventis Gruppe ist das drittgrößte Pharmaunternehmen weltweit und die Nr. 1 in Europa. Basierend auf einer der erfolgreichsten pharmazeutischen Forschungen weltweit, entwickelt sanofi-aventis führende Positionen in sieben therapeutischen Kernbereichen: Herzkreislauf, Thrombose, Onkologie, Diabetes, Zentrales Nervensystem, Innere Medizin und Impfstoffe. Die sanofi-aventis Gruppe ist in Paris (EURONEXT : SAN) und in New York (NYSE - SNY) gelistet.
Im Bereich ZNS engagiert sich das Unternehmen unter anderem für die Therapie psychiatrischer Erkrankungen und fördert in diesem Indikationsgebiet in dem Bereich Entstigmatisierung tätige Institutionen und Selbsthilfegruppen.
* Teilnehmer der Antistigma-Kampagne-Münster: Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige psychisch Kranker, Förderkreis Sozialpsychiatrie, Psycho-Soziales Zentrum, Theater Sycorax, Industrieservice (ISM) Münster, Institut für Literatur und Psychiatrie, Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Alexianer Krankenhaus, Psychiatrische Universitätsklinik, Westf. Klinik für Psychiatrie, Fachschule ESPA (ev. soz. päd. Ausbildungsstätte), Psychiatrie-Koordinator der Stadt Münster, Arbeitskreis Psychiatrie am Gesundheitsamt, Haus vom Guten Hirten)
Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis
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