Ein Erfolgsmodell gegen den Hausarztmangel
Hausärztemangel ist in ganz Deutschland - abgesehen von einigen attraktiven Städten und Ballungsregionen - ein Problem. Vielerorts gibt es keinen Hausarzt in erreichbarer Nähe mehr.
Das Nachwuchs-Programm für Hausärzte in Baden-Württemberg, ein bundesweit einmaliges Projekt, gestartet 2008, zeigt bereits Früchte: Bislang haben sich 22 junge Ärzte mit dem Berufsziel Hausarzt eingeschrieben; insgesamt konnten 12 regionale Weiterbildungsverbünde bestehend aus Kliniken, Praxen und dem Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg initiiert werden - Tendenz steigend. Die Verbünde sind über ganz Baden-Württemberg verteilt. Am 9./10. Juli 2009 findet bei Pforzheim die "Kick-off"-Veranstaltung für das übergeordnete Weiterbildungsprogramm statt.
Weiterbildung der Hausärzte attraktiver und strukturiert
Die Perspektiven der hausärztlichen Versorgung in Baden-Württemberg gebe seit Jahren prinzipiell Anlass zur Sorge. Nachwuchsmangel steht einem steigenden Bedarf an Hausärzten gegenüber, so dass die wohnortnahe hausärztliche Versorgung in manchen ländlichen Regionen Baden-Württembergs gefährdet ist. Die Gründe sind vielfältig: Die allgemeinmedizinischen Weiterbildung ist schlecht strukturiert und bezahlt. Außerdem werden die jungen Ärzte nicht ausreichend auf eine selbständige Praxistätigkeit vorbereitet, und es fehlt die akademische Anbindung an die Fakultäten, die dem Medizinernachwuchs den Weg in die Allgemeinmedizin ebnet.
Um diesem Problem nachhaltig entgegenzutreten, wurde vor gut einem Jahr am Heidelberger Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg das Programm Verbundweiterbildungplus angestoßen.
Ärzte werden auch als selbständige Unternehmer ausgebildet
Die Ärzte profitieren von zusätzlichen Weiterbildungsveranstaltungen, die vom Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin konzipiert und veranstaltet werden. "Ziel dieser ganztägigen Veranstaltungen ist es, sowohl medizinisch-inhaltlich als auch unternehmerisch auf eine selbständige hausärztliche Tätigkeit vorzubereiten", berichtet Dr. Stefanie Joos, Oberärztin der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg und wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin.
Damit die Ärzte an den Veranstaltungen teilnehmen können, wurden im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit den regionalen Verbundpartnern zusätzliche Fortbildungstage vereinbart (insgesamt 10 pro Jahr). Die regelmäßigen Weiterbildungsveranstaltungen finden in einer festen Gruppe statt und dienen damit auch als Plattform für gegenseitigen Erfahrungsaustausch und einer frühzeitigen Identitätsstiftung als Hausarzt.
"Baden-württembergischer Weg" als Modell
"Die Unterstützung des Programms von Seiten des Landesministeriums ist ein gutes Beispiel dafür, wie Politik Hand in Hand gehen kann, um Projekte zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung zu initiieren und nachhaltig zu fördern", so Professor Szecsenyi, Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg. Dieser "baden-württembergische Weg" könnte nicht zuletzt als Modell für andere Bundesländer dienen, in denen der Hausarztmangel bereits beängstigende Dimensionen angenommen hat.
Bewerbungen von interessierten Ärzten in Weiterbildung und Verbundpartnern sind jederzeit willkommen.
Weitere Informationen unter:
www.weiterbildung-allgemeinmedizin.de
www.kompetenzzentrum-allgemeinmedizin.de
Ansprechpartnerin:
Dr. med. Stefanie Joos
Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221-/ 56-62 63
Fax: 06221 /-56-19 72
E-Mail: stefanie.joos(at)med.uni-heidelberg.de
Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg
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