EU-Kommission will Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen neu regeln

15.07.2010 | Frankfurt am Main
Brüssel schlägt unlogisches Stückwerk zur Gentechnik vor

Nach Ansicht der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) lässt sich mit dem Vorschlag der EU-Kommission für getrennte Verantwortlichkeiten zwischen Brüssel und den Mitgliedstaaten die jahrelange politische Blockade von gentechnisch veränderten Pflanzen kaum überwinden. "Es ist wenig logisch und rechtlich fragwürdig, dass der Anbau einer gentechnisch veränderten Pflanze von den Mitgliedstaaten ohne Begründung verboten werden kann, wenn die EU-weite Zulassung zweifelsfrei ihre Sicherheit für Mensch und Umwelt bescheinigt", erklärte Dr. Ricardo Gent, Geschäftsführer der DIB. Er begrüßte jedoch die Ankündigung des zuständigen EU-Kommissars John Dalli, dass sich die Zulassung auch künftig vor allem an wissenschaftlichen Fakten orientieren soll.

Die DIB hat zwar keine grundsätzlichen Bedenken dagegen, dass den Mitgliedstaaten mehr Entscheidungsfreiheit bei der Anbaugenehmigung eingeräumt werden soll. "Die Vorschläge der EU-Kommission benötigen jedoch auf jeden Fall noch Anpassungen und Änderungen für mehr Rechtssicherheit", betonte Gent.

Mit ihrem Entwurf stelle sich die Kommission nicht nur gegen den Grundsatz­gedanken eines einheitlichen europäischen Marktes und freien Warenverkehrs, sondern missachte damit auch das Recht auf Wahlfreiheit eines Landwirts, sich für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen entscheiden zu können. Darüber hinaus seien die Grundrechte der Eigentumsgarantie und des Gleichheitssatzes betroffen.

Nach Ansicht der DIB sind nationale oder regionale Anbauverbote zudem nicht konform mit den Vorgaben der Welthandelsorganisation. Auch das geltende EU-Recht verlange, so die DIB, dass der Anbau und Handel von zugelassenen GVO nicht behindert werden dürfe. Dem widersprechen nationale Anbauverbote und verbindliche gentechnikfreie Regionen auf regionaler oder kommunaler Ebene.

Um die Rechtssicherheit für Anbauer, Züchter, Händler und Verarbeiter zu erhöhen, erklärte Gent, müsse der im Rahmen der Leitlinien zur Koexistenz genannte Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent mehr denn je als alleiniger, rechtlich verbindlicher Schwellenwert bestätigt werden

Quelle: Pressemeldung Verband der Chemischen Industrie e.V.

Dieser Beitrag wurde bisher 155 mal gelesen.
(Rang 131 auf pharma-infos.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Caprolactam-Fabrik in Ludwigshafen feiert 50-jähriges Jubiläum

11.11.2011 | BASF weltweit größter Hersteller von Caprolactam Betriebskompetenz und Verbund-Strategie sorgen für hohe...

weiter in Caprolactam-Fabrik in Ludwigshafen ...

Kein Zurück bei der spezialärztlichen Versorgung

13.10.2011 | Die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) muss jetzt kommen, fordert der Verband der niedergelassenen...

weiter in Kein Zurück bei der ...

Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011

17.06.2011 | In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen ein Plus von 1,468 Milliarden Euro...

weiter in Krankenkassen erreichen positives ...

Raymond C. Stevens bekleidet die 21. Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur

26.05.2011 | Professor Raymond C. Stevens vom Scripps Research Institute in La Jolla (USA) wurde auf die diesjährige...

weiter in Raymond C. Stevens bekleidet die ...

Bosch will Pharmaspezialisten übernehmen

27.04.2011 | Bosch hat am 27. April 2011 Verträge zur Übernahme der Tochtergesellschaften Hüttlin GmbH und Manesty Ltd. der...

weiter in Bosch will Pharmaspezialisten ...



Aktuelles

Caprolactam- Fabrik in Ludwigshafen feiert 50- jähriges Jubiläum

BASF weltweit größter Hersteller von Caprolactam...

weiter ...

Kein Zurück bei der spezialärztlichen Versorgung

Die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) muss jetzt...

weiter ...

Neuigkeiten

Zedernholzsohlen sind angesagt

In vielen Haushalten wird man vor dem Eintreten in die...

weiter ...

KBV unterschätzt Kassenzugriff auf Praxisdaten

gevko will IT-Infrastruktur monopolisieren

weiter ...

Weitere Themen

Gartenmöbel: Komfort und Sicherheit müssen stimmen

Wenn das schöne Wetter nach draußen lockt, dürfen gemütliche...

weiter ...

Europäische Auszeichnung für BDI- Ehrenpräsident Dr. Gerd Guido Hofmann

Die U.E.M.S., die Europäische Fachärzte Union, hat den...

weiter ...