Die ersten DFG-Forschungszentren werden weitere vier Jahre gefördert
Die drei ersten DFG-Forschungszentren werden nach einer überaus erfolgreichen zweiten Förderperiode erneut verlängert und weitere vier Jahre gefördert. Dies beschloss jetzt der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Damit können die 2001 eingerichteten Forschungszentren "Der Ozean im Erdsystem" in Bremen, "Funktionelle Nanostrukturen" in Karlsruhe und "Experimentelle Biomedizin" in Würzburg ihre Arbeit bis Mitte 2013 fortführen. Jedes der drei Zentren erhält dafür in den kommenden vier Jahren insgesamt gut 25 Millionen Euro.
Alle drei Zentren waren in den vergangenen Monaten von hochkarätig besetzten Prüfungsgruppen begutachtet und uneingeschränkt zur weiteren Förderung vorgeschlagen worden. Wie schon die Gutachterinnen und Gutachter aus dem In- und Ausland hob nun auch der Hauptausschuss der DFG mit seinen Bewilligungsbeschlüssen die hervorragende wissenschaftliche Arbeit und die strukturbildende Wirkung der Forschungszentren hervor: "Die Zentren stehen für Spitzenforschung auf höchstem internationalen Niveau und für die erfolgreiche Bündelung wissenschaftlichen Know-hows auf besonders zukunftsträchtigen Forschungsfeldern", sagte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner anlässlich der Entscheidung des Hauptausschusses über die Fortsetzung der Förderung. Kleiner erinnerte daran, dass die Forschungszentren Mitte 2001 von der DFG als "völlig neues und besonders strategisch angelegtes Förderinstrument" eingerichtet worden seien. In ihnen arbeiten sowohl verschiedene Fachbereiche und Institute der jeweiligen Universitäten als auch Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammen. "Mit diesen vielfältigen Kooperationen und mit ihrer geballten wissenschaftlichen Kompetenz sind die Forschungszentren dann sogar auch zum Modell für die Exzellenzcluster in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geworden", so Kleiner.
Für die Einrichtungen in Bremen, Karlsruhe und Würzburg beginnt damit die jeweils dritte Förderperiode, nachdem sie bereits Anfang 2005 positiv begutachtet und verlängert worden waren. Seitdem haben alle drei ihre erfolgreich begonnenen Forschungsprojekte fortsetzen können, wie die Gutachterinnen und Gutachter in ihren Empfehlungen betonten:
So habe das Bremer DFG-Forschungszentrum seinen Rang als "eines der weltweit führenden Zentren auf dem Gebiet marin-geowissenschaftlicher Forschung" behaupten und weiter ausbauen können. In ihrem Ziel, durch komplexe geowissenschaftliche Analysen ein besseres Verständnis der Rolle des Ozeans im globalen Erdsystem zu bekommen, hätten die Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Reihe weiterer bedeutender Erkenntnisse erzielen können. Auch für die kommenden vier Jahre seien für die übergeordneten Themen "Ozean und Klima", "Beziehungen zwischen Geo- und Biosphäre" und "Sedimentdynamik" zahlreiche innovative Projekte mit originellen Ansätzen geplant.
Das Karlsruher Forschungszentrum für Funktionelle Nanostrukturen hat nach Ansicht der Prüfungsgruppen und der DFG mit seiner Arbeit "das Thema Nanowissenschaften mitgeprägt und sich in einem international stark beachteten und beforschten Gebiet eine sichtbare Position erarbeitet". Grundlage hierfür seien die fachliche Exzellenz und die ausgezeichnete Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen und der dort tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Allen voran die Arbeitsfelder "Nano-Photonics", "Nano-Electronics" und "Molecular Nanostructures" seien "glanzvolle Aushängeschilder der Forschung".
Auch das Würzburger Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin habe sich in den vergangenen vier Jahren hervorragend entwickelt und gelte mit seiner Erforschung von Schlüsselproteinen und seinen vielfältigen Studien zur Entstehung, Diagnose und Therapie von Erkrankungen ebenfalls als weltweit konkurrenzfähig und sichtbar. Als besonders interessant und bedeutsam werden die Arbeiten zur Krebs- und Plateletforschung bewertet, ebenso die hohe Zahl der aus den Forschungsarbeiten hervorgegangenen Patente, von denen in den letzten vier Jahren 18 angemeldet wurden.
Über ihre wissenschaftlichen Arbeiten hinaus kommen allen drei Einrichtungen erhebliche strukturbildende Wirkungen zu. Das Forschungszentrum zur Experimentellen Biomedizin beispielsweise leistet hervorragende Beiträge zur Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen: 57 Prozent der Postdoc-Stellen und 51 Prozent der Promotionsstellen an der Würzburger Einrichtung sind mit Frauen besetzt. In Bremen stellt die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eines der Kernelemente des Forschungszentrums dar; durch die vorbildliche Unterstützung der Nachwuchskräfte auf allen Ebenen und die engagierte Zusammenarbeit mit Partnern im In- und Ausland ist das marin-geowissenschaftliche Zentrum für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt attraktiv. Dem Karlsruher Zentrum "Funktionelle Nanostrukturen" kommt eine besondere Bedeutung als einem der Grundpfeiler des in Gründung befindlichen Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zu, das als Zukunftskonzept im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert wird; im KIT schließen sich in einem bundesweit einmaligen Modell die Universität Karlsruhe und das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörende Forschungszentrum Karlsruhe zusammen, um neue Möglichkeiten der Kooperation zu schaffen und Synergien zu nutzen. Für ihre jeweiligen Universitäten sind die drei Zentren schließlich ebenso von herausragender Bedeutung wie für ihre Bundesländer.
Neben den drei jetzt erneut verlängerten Zentren fördert die DFG drei weitere Forschungszentren: Das Forschungszentrum "Matheon - Mathematik für Schlüsseltechnologien" in Berlin und das Forschungszentrum "Molekularphysiologie des Gehirns" in Göttingen wurden 2002 eingerichtet und werden nach ihrer ersten positiven Zwischenevaluation 2006 im kommenden Jahr erneut begutachtet werden. Die jüngste Einrichtung ist das Forschungszentrum "Regenerative Therapien" in Dresden, das 2006 seine Arbeit aufnahm. Vier der insgesamt sechs Forschungszentren werden nach entsprechenden Aufstockungsanträgen inzwischen auch als Exzellenzcluster im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert.
Quelle: Pressemeldung Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.
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