Der 14. Preis für Hirnforschung in der Geriatrie geht gleich an drei Wissenschaftler

29.01.2009 | Frankfurt am Main
Zum 14. Mal hat der Lehrstuhl für Geriatrie an der Universität Witten Herdecke den Preis für Hirnforschung in der Geriatrie verliehen. In diesem Jahr werden mit Privatdozent Dr. med. Carl-Albrecht Haensch, Dr. med. Peter Häussermann und Dr. med. Robert Perneczky gleich drei Wissenschaftler gewürdigt.

Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder einer spezifischen Form der Demenz, der Lewy-Körper-Demenz. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vom "Zukunftsforum Demenz", einer Initiative der Firma Merz, gestiftet. Er wurde am 28. Januar in Frankfurt übergeben.

"Mit der demographischen Entwicklung erhält die Geriatrie, also die Wissenschaft vom Altern und dem Alter, einen immer größeren Stellenwert. Der Preis für Hirnforschung in der Geriatrie ist eine Anerkennung für besondere Leistungen auf diesem Gebiet", erklärt Professor Dr. med. Ingo Füsgen, Lehrstuhlinhaber für Geriatrie an der Universität Witten-Herdecke. "Die prämierten Arbeiten tragen zu einem besseren Verständnis neurodegenerativer Alterserkrankungen bei und ebnen so den Weg für bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten".

Dr. med. Peter Häussermann, Zentrum für Integrative Psychiatrie, Campus Kiel, und Dr. med. Robert Perneczky, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der TU München, beschäftigten sich in ihren Arbeiten mit dem sogenannten geriatrischen Assessment, also der ärztlichen Einschätzung eines Patienten hinsichtlich seiner medizinischen, psychosozialen und funktionellen Möglichkeiten. Sie zeigen erstmals Zusammenhänge zwischen den hirnbiologischen Veränderungen in bestimmten Hirnarealen und der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung auf, wie sie im Assessment gemessen wird. Die prämierten Arbeiten beschäftigen sich zudem mit der kognitiven Reserve: Durch eine gute Ausbildung und eine anspruchsvolle berufliche und soziale Aktivität kann in höherem Alter ein "kognitiver Puffer" in Anspruch genommen werden, mit dem die Auswirkung von neurodegenerativen Veränderungen zumindest teilweise kompensiert werden kann.

Privatdozent Dr. med. Carl-Albrecht Haensch, Helios Kliniken Wuppertal, wird für seine Arbeit über kardiovaskuläre - also Herz und Blutgefäße betreffende - Störungen ausgezeichnet, die häufig in Zusammenhang mit Morbus Parkinson auftreten. Haensch belegt, dass die vegetative Steuerung des Herzens bei Parkinson Patienten schon im Frühstadium der Erkrankung betroffen ist, wenn noch keine Herz-Kreislaufstörungen beobachtet werden.

"Von einer befriedigenden Versorgung sind wir bei neurodegenerativen Alterserkrankungen in der Bundesrepublik noch weit entfernt", erklärt Dr. Martin Zügel, Sprecher der Geschäftsführung der Merz-Gruppe. "Die Unterstützung der Hirnforschung in der Geriatrie ist uns daher ein besonderes Anliegen. Als Spezialist in den Bereichen Neurologie und Psychiatrie investiert Merz einen bedeutenden Teil seiner Einnahmen in die Forschung und Entwicklung von innovativen Substanzen. Neben umfangreichen Phase-III-Programmen startete Merz dieses Jahr zwei Phase-0-Programme, eines zur Entwicklung eines neuen Wirkstoffs zur Behandlung von Spätkomplikationen bei Parkinson, ein weiteres zur Entwicklung eines neuen Wirkstoffs zur Behandlung von Morbus Alzheimer".

Der Preis für Hirnforschung in der Geriatrie

Mit dem Preis für Hirnforschung in der Geriatrie werden Arbeiten im Bereich der anwendungsbezogenen Forschung und umgesetzten Grundlagenforschung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird kalenderjährlich vergeben. Wissenschaftlicher Träger des Preises ist das Zentrum für Alternsforschung der Universität Witten/Herdecke, Stifter ist das "Zukunftsforum Demenz". Die von Merz gegründete Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung der Demenzkranken in Deutschland zu verbessern, um ihnen möglichst lange ein würdevolles und unter ihren Voraussetzungen erfülltes Leben zu ermöglichen

Quelle: Pressemeldung Merz GmbH & Co. KGaA

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