DEUTSCHE BKK: Apotheker und Ärzte verhindern Austausch durch Rabattmedikamente
Eine Datenanalyse der DEUTSCHEN BKK zeigt, dass Apotheker und Ärzte den Erfolg von Rabattverträgen verhindern: Apotheker händigen bei durchschnittlich 20 Prozent der Rezepte nicht das Rabattmedikament aus. Zu dieser Substitution sind sie aber gesetzlich verpflichtet, sofern der Arzt den Austausch nicht auf dem Rezept ausschließt. Deutschlands größter Betriebskrankenkasse gehen durch diese Gesetzesverletzungen jährlich zwei Millionen Euro an Einsparungen verloren. Eine weitere Million geht dadurch verloren, dass in 15 Prozent der Fälle der Arzt den Austausch verhindert.
Bereits seit April 2004 ist es Krankenkassen möglich, Arzneimittel-Rabattverträge direkt mit pharmazeutischen Unternehmen zu schließen. Apotheken sind seit 2007 laut Gesetz verpflichtet, die preisgünstigeren Medikamente gemäß dem Rabattvertrag einer Krankenkasse abzugeben.
"Mittlerweile wird in zwei von drei Fällen das vorgeschriebene Medikament verkauft - das reicht jedoch noch nicht", sagt Andreas Manthey, Leiter Arzneimittel und Apotheker bei der DEUTSCHEN BKK. "Viele Apotheker haben noch nicht verstanden, dass sie für die Ausgaben der Krankenkassen - und damit für das Überleben unseres Gesundheitssystems - eine gesetzliche Mitverantwortung tragen", so Manthey weiter.
Zudem identifizierte die DEUTSCHE BKK 2.000 Ärzte, die auf 60 Prozent ihrer Rezepte den Medikamentenaustausch ausgeschlossen haben. Diese Ärzte müssen mit Wirtschaftlichkeitsprüfungen rechnen. Auch die Apotheker, die fahrlässig mit der Regelung umgegangen sind, müssen zahlen: Sie haben die Differenz zwischen dem abgegebenen teuren Arzneimittel und dem Rabattmedikament zu erstatten.
Auf das gesamte System der gesetzlichen Krankenversicherungen betrachtet entsteht durch die Austausch-Verweigerer ein Schaden in Höhe von jährlich ca. 210 Millionen Euro.
Quelle: Pressemeldung Deutsche BKK
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