BPI plädiert für wettbewerbsoffenes Gesundheitssystem

11.11.2005 | Berlin
Angesichts neuer Pläne für kurzfristige Einsparungen im Gesundheitssystem hat der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zur Erarbeitung einer echten Gesundheitsstrategie aufgerufen.

"Die politischen Akteure drehen sich im Kreis", konstatierte der Vorstandsvorsitzende, Bernd Wegener, am Freitag anlässlich des BPI-Unternehmertages. Einerseits werde bei den Regierungspartnern schon wieder darüber nachgedacht, die Pharmazeutische Industrie aufs Neue zu belasten. Andererseits planen die Haushälter dieses Landes eine Mehrwertsteuererhöhung, die unweigerlich zur Vergrößerung der Schulden im Gesundheitsbereich führen wird. "Das ist irrational", so Wegener.

Nach Ansicht des Unternehmerverbandes führen weitere Kostendämpfungsmaßnahmen im GKV-System zur Standardisierung der medizinischen Behandlung. Damit würde den Bedürfnissen von Patienten nicht mehr entsprochen. Vielmehr sei es sinnvoll, über individualisierte Behandlungsmodelle und eine verstärkte Versorgungsforschung Heilerfolg und Kosteneffizienz voran zu treiben.

"Wir brauchen Akteure im Wettbewerb statt einer Fortsetzung und weiteren Erstarrung des "Einheitlich und Gemeinsam"", betonte Wegener und verwies auf die schlechten Gestaltungsspielräume im Gesundheitssystem. Außerdem kritisierte er, dass die Gremien der so genannten Gemeinsamen Selbstverwaltung den am Patienten wirkenden Therapeuten zunehmend zu diktieren versuchen, was angeblich sinnvoll ist und was nicht.

"Es wird höchste Zeit, die weitgehend standardisierte Vertrags- und Versorgungslandschaft schnellstens ad acta zu legen und ein Versorgungssystem aufzubauen, in dem der Bürger sich auf der Basis einer verbindlichen Grundsicherung seine individuellen Versicherungspakete je nach Bedarf und seinen finanziellen Möglichkeiten und Prioritäten zusammenstellen kann."

Der BPI rief alle Akteure des Gesundheitswesens auf, gemeinsam über Wettbewerbskonzepte im Gesundheitsbereich zu beraten. Dazu sei die Rechtsgleichheit der Beteiligten notwendige Bedingung. Die Kassen müssten demnach Unternehmensstatus erhalten.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.

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