20 Jahre Herztransplantation in Heidelberg

05.06.2009 | Heidelberg
Experten und Patienten mit Spenderherz beantworten am 13. Juni 2009 Fragen von Betroffenen und Interessierten / Universitätsklinikum Heidelberg eines der führenden Transplantationszentren Deutschlands

Vor genau 20 Jahren, im Juni 1989, wurde das Heidelberger Programm zur Herztransplantation ins Leben gerufen. Anlässlich dieses Jubiläums findet am 12. und 13. Juni 2009 im Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums, Im Neuenheimer Feld 280, ein Symposium zu dem Thema "Chronische Herzschwäche und Herztransplantation" statt. Experten der Kardiologie und der Herzchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg informieren über Behandlungskonzepte, Chancen und Risiken einer solchen Operation und diskutieren Perspektiven für mögliche Alternativen.

Besonders zum feierlichen Auftakt am Freitag, dem 12. Juni, ab 16.30 Uhr und zum Patientenseminar am Samstag, dem 13. Juni, von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr laden die Veranstalter auch Patienten, Angehörige sowie Studenten und alle Interessierten herzlich ein.

Beim Patientenseminar stehen Ärzte und Transplantierte der Selbsthilfegruppe "Herztransplantation Südwest e.V." nach kurzer Einführung und Podiumsdiskussion für Fragen, Gespräche und Diskussionen rund um die Herztransplantation zur Verfügung.

Bisher 450 Herzen transplantiert

Das Heidelberger Programm zur Herztransplantation wurde von Professor Dr. Siegfried Hagl, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Herzchirurgie, im Juni 1989 gegründet und zuletzt gemeinsam mit dem jetzt leitenden Oberarzt Professor Dr. Falk-Udo Sack weiter ausgebaut. Im Oktober 2006 übernahm der Ärztliche Direktor Professor Dr. Matthias Karck die chirurgische Leitung des Programms.

Rund 450 Herzen wurden seitdem in Heidelberg transplantiert; allein im Jahr 2008 erhielten hier 33 Patienten ein Spenderherz. Damit gehört das Universitätsklinikum zu den vier führenden Zentren für Herztransplantation in Deutschland. Eine Besonderheit ist die große Spezialambulanz für Herzmuskelerkrankungen, Herzinsuffizienz und Herztransplantationsnachsorge.

Behandlungsergebnisse liegen deutlich über internationalem Standard

"Durch die intensive Kooperation von Herzchirurgie und Kardiologie ist die Qualität der Organtransplantation in Heidelberg exzellent und international anerkannt", erklärt Professor Dr. Matthias Karck, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie. Rund drei Viertel der Patienten, die in Heidelberg ein Spenderherz erhalten, sind schwer krank und haben Begleiterkrankungen. Dennoch verlaufen die Eingriffe sehr erfolgreich, die aktuellen Ergebnisse liegen deutlich über dem internationalen Standard: Mehr als 95 Prozent der Hochrisiko-Patienten überleben die Herztransplantation.

"Bei unserer Jubiläumsveranstaltung wollen wir einen Überblick geben, welche Therapien wir unseren Patienten anbieten können und wie der Stand der Forschung ist", erklärt Professor Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie. Er betreut mit seinem Team derzeit 240 Patienten nach Herztransplantation. 59 Patienten sind bei Eurotransplant auf der Warteliste für ein Spenderherz angemeldet. "Die Transplantation ermöglicht unheilbar kranken Menschen, wieder ein Leben voller körperlicher Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Zukunftsperspektive zu führen", so der Mediziner.

Der Mangel an geeigneten Spenderorganen macht zunehmend Alternativen zur Herztransplantation erforderlich: Seit 2006 kommen in Heidelberg verschiedene mechanische Unterstützungssysteme, sogenannte "Kunstherzen", zum Einsatz. "Künstliche Herzen sind inzwischen eine wichtige Ergänzung der klassischen Organtransplantation und für viele Patienten die einzige Chance", betont Professor Karck. In den letzten Jahren können zudem neue, wirksamere Medikamente, Herzschrittmacher-Defibrillatoren und die effektivere Behandlung der Begleiterkrankungen dazu beitragen, eine Herztransplantation zu vermeiden.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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